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Meinung Corona-Infektion

H?me für Trump endet bald in Reue

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Torsten Krauel kommentiert die Kommentare zu Trumps Erkrankung Torsten Krauel kommentiert die Kommentare zu Trumps Erkrankung
Torsten Krauel kommentiert die Kommentare zu Trumps Erkrankung
Quelle: AFP PHOTO /THE WHITE HOUSE/JOYCE N. BOGHOSIAN/HANDOUT, Claudius Pflug
Nach der Corona-Erkrankung von Trump geht es auch ganz nüchtern um die Frage, ob der Pr?sident weiter seine Aufgaben wahrnehmen kann. Das ist durchaus wichtig. Je l?nger die Ungewissheit dauert, desto st?rker wird sich das Vakuum auch in Deutschland bemerkbar machen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Coronavirus Donald Trump erreichen und seinen Umgang mit Corona einem pers?nlichen Test unterwerfen würde. Gerade weil ein politischer Leichtsinn bei diesem Verhalten deutlich erkennbar war, ist H?me v?llig fehl am Platz.

Erstens schickt sich solche Schadenfreude nicht. Gedanken an eine Rache der Natur, an gott- oder karma-gewollte Krankheiten sind eine mittelalterliche Gefühlsregung. Sie führen zu nichts Gutem, auch dann nicht, wenn man der Auffassung ist, Trump habe das Ausma? der Pandemie in den USA mitverschuldet. Der Zorn derer, die dieser Meinung sind, wird sich am Wahltag bemerkbar machen. Abstimmen, nicht abkanzeln ist die zeitgem??e Antwort auf politisches Fehlverhalten.

Zweitens geht es um die Frage, wie handlungsf?hig der Pr?sident der USA ist – aber weder als heroisch verkl?rtes politisches Idol noch als moralisch und politisch verachteter Wortführer. Es geht ganz nüchtern um die Frage, ob der Staats- und Regierungschef des immer noch m?chtigsten Staates der Erde seine Aufgaben wahrzunehmen in der Lage ist. Der ganze ausgeklügelte Politikapparat, der für die Führung eines solchen Landes notwendig ist, schwebt in Gefahr, nur noch eingeschr?nkt oder gar nicht handlungsf?hig zu sein.

Die Corona-bedingte Zwangspause des parlamentarischen Gegengewichts zum Pr?sidenten, des Senats, ist deshalb genauso brisant wie Trumps Krankheit. Die Zwangspause ist zun?chst bis Mitte Oktober angesetzt. Aber weder beim Senat noch beim Pr?sidenten ist sicher, ob die USA dann wieder politisch funktionieren.

Ein Interimspr?sident Mike Pence, der das Kommando über ein von Corona lahmgelegtes Washington übernimmt, kann nicht viel ausrichten. Die amerikanische Verfassung schreibt Mehrheiten und Prozeduren vor, die Corona-bedingt entfallen.

Politik funktioniert aber nicht nach der zweifelhaften Ma?gabe, krankheitsbedingte Abwesenheiten als Chance für die Aushebelung solcher Regeln zu sehen – weder im amerikanischen noch im internationalen Rahmen.

Je l?nger die Ungewissheit dauert, desto st?rker wird sich das pl?tzliche Vakuum international bemerkbar machen. Die EU, Deutschland, andere Weltregionen k?nnen das zu spüren bekommen. Die Autorit?t der USA und Donald Trumps pers?nlich war für die Friedensschritte im Nahen Osten unabdingbar. H?misch darauf zu schauen, wie diese Autorit?t nun infrage steht, kann genauso in Bestürzung enden wie im Trump-Lager der l?ssige Spott über Masken.

Videobotschaft aus dem Krankenhaus – Weitere Infektionen in seinem Umfeld

Wie lange Trump im Krankenhaus bleiben muss, ist unklar. Das Wei?e Haus betonte, Trump werde von Büror?umen des Pr?sidenten in dem Milit?rkrankenhaus aus arbeiten. Nun ver?ffentlichte Trump eine neue Videobotschaft. Er sagt, es gehe im viel besser.

Quelle: WELT

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