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Kopf des Tages Kaiser Maximilian I.

Mit Sex begründete er eine Weltmacht

Seine erste Ehe 1477 war wohl eine echte Liebesbeziehung. Sp?ter wurde der Habsburger Maximilian ein Meister darin, Hochzeiten als politisches Mittel einzusetzen. Er selbst soll in sp?ten Jahren stets einen Sarg mitgeführt haben.
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Leitender Redakteur Geschichte
Portraet Maximilian I./ A. Duerer, 1519 Maximilian I., roemisch-deutscher Kaiser. Wiener Neustadt 22.3.1459 - Wels 12.2. 1519. - Portraet, (vor gruenem Grund). - Gemaelde, 1519, von Albrecht Duerer (1471- 1528). Lindenholz, 74 x 61,5 cm. Inv.825 Wien, Kunsthistorisches Museum. Portraet Maximilian I./ A. Duerer, 1519 Maximilian I., roemisch-deutscher Kaiser. Wiener Neustadt 22.3.1459 - Wels 12.2. 1519. - Portraet, (vor gruenem Grund). - Gemaelde, 1519, von Albrecht Duerer (1471- 1528). Lindenholz, 74 x 61,5 cm. Inv.825 Wien, Kunsthistorisches Museum.
12. Januar 1519: Kaiser Maximilian I. (geb. 1459) stirbt auf seiner Burg in Wels – Portr?t von Albrecht Dürer
Quelle: picture-alliance / akg-images /

Dass der Tod sein st?ndiger Begleiter sein würde, hatte sich dem Habsburger Maximilian früh eingepr?gt. Geboren 1459 am verarmten Hof seines kaiserlichen Vaters Friedrich III. in der Wiener Neustadt, von Verwandten gedemütigt, stets in Geldsorgen, soll er immer seinen Sarg mit sich geführt haben. Die Mahnung, dass Glück ein endliches Gut ist, half ihm wohl, den k?rperlichen Verfall zu ertragen, bis er am 12. Januar 1519 auf seiner Burg im ?sterreichischen Wels starb.

Oft war ihm das Glück gewogen. Nicht nur politisch. Denn seine erste Ehe mit Maria von Burgund trug ihm nicht nur die Verbindung mit der reichsten Erbin Europas ein, sondern galt als eine der wenigen fürstlichen Liebesbeziehungen seiner Zeit. Nach ihrem frühen Tod infolge eines Jagdunfalls wusste Maximilian wie wenige, Sex und Politik miteinander zu verbinden.

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So hatte er keine Skrupel, sich 1494 die Tochter des Mail?nder Herzogs Galeazzo Maria Sforza, eines übel beleumundeten Ex-S?ldnerführers, zur Frau zu nehmen samt einer sagenhaften Mitgift von 400.000 Golddukaten. Das hinderte ihn nicht, mit diversen Geliebten mindestens 14 Kinder zu zeugen.

Als der franz?sische K?nig 1495 das K?nigreich Neapel eroberte, konnte Maximilian mit dem bedr?ngten Ferdinand II. von Aragon die Ehe zwischen dessen Sohn Juan und seiner Tochter Margarete vereinbaren. Um die Aussicht auf ein gro?es Erbe zu st?rken, verheiratete Maximilian darüber hinaus seinen Sohn Philipp mit Ferdinands Tochter Johanna der Wahnsinnigen. Zwar überlebte Philipp die Ehe nur wenige Jahre. Aber ihr gemeinsamer Sohn Karl V. sollte am Ende ein Reich erben, in dem die Sonne nicht unterging. Ein weiterer Ehevertrag sicherte dem Haus Habsburg die Anwartschaften auf die Kronen B?hmens und Ungarns.

1486 war Maximilian zum r?misch-deutschen K?nig gew?hlt worden, 1508 hatte er den Kaiser-Titel angenommen. Doch zu einer angemessenen Hofhaltung und Politik reichten die Mittel nur aus, weil ihm mit dem Handelshaus der Fugger in Augsburg eines der m?chtigsten Wirtschaftsunternehmen Europas Kredit gab.

Auch wie er deren Mittel einsetzte, zeigte ihn als vision?ren Politiker. Von keinem Geringeren als Albrecht Dürer lie? er seinen Ruhm mit der neuen Technik der Druckgrafik verkünden. Zwar wurde Maximilian wegen seiner prunkvollen Turniere gern als ?letzter Ritter“ bezeichnet. Aber er war eben auch der ?Vater der Landsknechte“, das hei?t, er führte seine Feldzüge nicht mehr mit adligen Reitertruppen, sondern vor allem mit hochmodernen Massenheeren, die taktisch geschult und mit Arkebusen und Geschützen ausgerüstet waren. Damit geh?rte Maximilian zu jenen Herrschern, die den Aufstieg des frühneuzeitlichen Territorialstaats begründeten.

Milit?risch hielten sich seine Erfolge und Niederlagen die Waage. Aber Maximilians Heiratspolitik reichte aus, um das Fundament der habsburgischen Weltmacht zu legen. Stolz sollte ihn das vor Gott nicht machen. Nachdem er gestorben war, wurde sein Leichnam, so hatte er verfügt, gegei?elt. Die Haare schnitt man ab, die Z?hne riss man heraus. Er wollte diese Erde als einfacher Mann verlassen.

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