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Fitness Fixierung aufs Essen

Hilfe, werde ich in der Quarant?ne dick?

| Lesedauer: 5 Minuten
Features Editor ICONIST
Permanent in der N?he ihrer Vorr?te zu sein, kann für manche Menschen zum Problem werden Permanent in der N?he ihrer Vorr?te zu sein, kann für manche Menschen zum Problem werden
Permanent in der N?he ihrer Vorr?te zu sein, kann für manche Menschen zum Problem werden
Quelle: Getty Images/Peter Dazeley
Immer ist der Kühlschrank in der N?he, st?ndig k?nnte man snacken. Manch einer macht sich deshalb in der Selbstisolation Sorgen um sein Gewicht. Was bei solchen Gedanken beruhigt, erkl?rt hier eine Di?t-Gegnerin.

Frauenzeitschriften ver?ffentlichen Di?t-Artikel, Fitness-Influencer führen ihre Sportübungen vor. An Ideen, wie man m?glichst dünn aus der Corona-Krisenzeit herauskommen kann, mangelt es nicht. Es gibt Rezepte für kalorienarme Homeoffice-Mahlzeiten und noch mehr Werbung für Protein-Shakes als normalerweise schon.

Woher kommen die Fixierung aufs Essen und die Angst vorm Dickwerden - gerade jetzt? Caroline Dooner, Autorin des Ratgebers ?The F*ck It Diet“, meint: Solche Sorgen sind unserer Di?t-Kultur geschuldet, dem Umstand, dass viele glauben, dünner w?re gleichbedeutend mit glücklicher. Und in Krisenzeiten offenbare sich unser gest?rtes Verh?ltnis zum Essen besonders.

Dooner selbst schwankte jahrelang zwischen Di?t-Phasen und Fressanf?llen. Mittlerweile folgt sie einer einfachen Regel, die sie auch in in ihrem Buch empfiehlt: ?Auf den Appetit h?ren. Auch, wenn man das nicht glaubt: H?lt man erst mal keine Di?t mehr, normalisiert sich der Appetit.“

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ICONIST: Das Internet ist gerade voll von ?Vor Corona war ich schlank, danach werde ich dick sein“-Memes. Was halten Sie von solchen Witzen?

Caroline Dooner: Die sieht man wirklich oft. Das verdeutlicht meiner Meinung nach, wie besessen wir von unserem Gewicht sind. Allein schon, dass wir uns darum im Moment Gedanken machen! Die Weltwirtschaft bricht zusammen, Menschen verlieren ihre Arbeitspl?tze, das Virus breitet sich aus, es gibt nicht genügend Beatmungsmaschinen. Und wir machen uns Sorgen, dass wir zunehmen k?nnten?

Die Memes zeigen aber auch, wie viele Menschen das Gefühl haben, sie k?nnten sich beim Essen gar nicht mehr kontrollieren. Was nachweislich ein Effekt von Di?ten ist - und davon, dass wir in einer Gesellschaft leben, die aufs Schlanksein fixiert ist.

So leiden übergewichtige Menschen

ICONIST: Bei Instagram schreiben Sie, dass die Corona-Krise unsere Neurosen rund um Essen und Sport st?rker zum Vorschein bringt. Was meinen Sie konkret?

Dooner: Unsere Tage laufen nicht mehr so ab, wie sie es normalerweise tun. Der Verlust der Routine bedeutet Stress. Selbst Menschen, die ein entspanntes, gutes Verh?ltnis zum Essen und zu Fitness haben, fühlen sich im Moment oft eingesperrt. Aber es gibt auch Menschen, die ihren Alltag nur bew?ltigen k?nnen, wenn sie kontrollieren, wie viel sie essen und wie oft sie trainieren. Für diese Menschen ist die Selbstisolation besonders anstrengend, das zeigen die bereits erw?hnten Memes, aber auch die vielen Workout-Videos, die gerade auf Social Media gepostet werden.

W?hrend sich die entspannten Esser an die neue Situation anpassen, machen sich die kontrollierten Esser qu?lende Sorgen: K?nnen sie die Lebensmittel, die sie als akzeptabel empfinden, überhaupt noch einkaufen? Viele haben regelrecht Panik, dass sie so viel Zeit in der N?he ihrer Vorr?te verbringen müssen oder nicht mehr ins Fitnessstudio gehen k?nnen.

ICONIST: Bekommen Sie schon Rückmeldungen von Menschen, deren Essverhalten sich w?hrend der Krise ver?ndert hat?

Dooner: Ja, ich habe von einigen geh?rt, dass sie der Gedanke an eine m?gliche Nahrungsmittelknappheit triggert und es sie überw?ltigt, st?ndig in der N?he ihrer Vorr?te zu sein. Viele von ihnen nutzen Essen gerade als Bew?ltigungsstrategie, als Weg, mit der Situation klarzukommen. Ich bekomme aber auch Nachrichten von Menschen, die mein Buch gelesen haben. Sie schreiben mir, dass sie gar nicht glauben k?nnen, wie entspannt sie im Moment sind - dass sie gar kein Verlangen danach haben, zu bingen, also m?glichst viel auf einmal in sich hineinzustopfen.

ICONIST: Haben Sie einen Rat für Menschen, die jetzt fürchten, zu viel Sü?kram oder Snacks zu essen?

Dooner: Wer oft Di?t h?lt, viele Regeln rund um Mahlzeiten aufstellt und sich nach dem Essen schuldig fühlt, der kann oft nicht mit dem Snacken aufh?ren. Wichtig ist, diese Verbindung zu erkennen und sich zu fragen, ob das im eigenen Fall auch so ist. W?hrend einer solchen Krise darüber nachzudenken, wie man die eigene Beziehung zu Essen entspannen kann, mag be?ngstigend sein - aber vielleicht ist das etwas, das man eines Tages angehen m?chte.

Abgesehen davon ist Essen eine total normale Strategie, um sich in chaotischen Zeiten zu beruhigen. Das ist ein relativ harmloses Verhalten, es ist nur nicht ideal, wenn das die einzige Strategie ist, die man kennt.

Noch mehr Strategien

ICONIST: K?nnte es sein, dass wir im Moment einfach alle mehr Hunger verspüren?

Dooner: Ja, das kann durchaus sein, vor allem, weil ein Teil von uns sich vielleicht doch um Nahrungsmittelknappheit sorgt. Unser K?rper registriert das und er reagiert darauf, in dem er sich schon auf die Zeiten vorbereitet, in denen es nicht mehr so viel geben k?nnte. Dadurch kann Hunger st?rker sein, das erkl?rt auch unsere Fixierung auf Lebensmittel. Aber das ist okay. Der beste Weg, um den K?rper wissen zu lassen, dass es genug zu essen gibt, ist einfach: essen.

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ICONIST: Wie kann man sich von solchen Gedanken wie ?Ich k?nnte die Zeit nutzen, um mal etwas abzunehmen“ freimachen?

Dooner: Indem man sich bewusst macht, dass man solche Gedanken hat und wie sehr man von ihnen gestresst ist. Viele Menschen sind aufgrund der Corona-Krise besorgt und wissen manchmal gar nicht so genau, warum. Ziemlich viele erkennen, dass es auch etwas damit zu tun hat, welche unglaublich hohen Erwartungen sie an sich selbst haben. Sie denken, sie müssten zu Hause ganz viel erreichen. Aber für den Moment ist es okay, sich darauf zu konzentrieren, einfach klarzukommen.

Caroline Dooner postet bei Instagram regelm??ig zum Essverhalten in Corona-Zeiten – hier finden Sie Ihren Instagram-Account!

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