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Politik Ging es um Flüchtlingspolitik?

R?tselraten um Anschlag auf Leipziger St. Lukas-Kirche

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Kirche St. Lukas in Leipzig wurde Opfer eines Farbanschlags, auch Fenster wurden zerst?rt. Die "Soko Linx" ermittelt Die Kirche St. Lukas in Leipzig wurde Opfer eines Farbanschlags, auch Fenster wurden zerst?rt. Die "Soko Linx" ermittelt
Die Kirche St. Lukas in Leipzig wurde Opfer eines Farbanschlags, auch Fenster wurden zerst?rt. Die "Soko Linx" ermittelt
Quelle: ullstein bild - EUROLUFTBILD.DE
Die Kirche St. Lukas ist frisch restauriert, sie war einst ein Zentrum der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Umso gr??er ist nun die Emp?rung: Der Sakralbau wurde mit Farben und Wurfgeschossen angegriffen. Ein Bekennerschreiben wirft Fragen auf.

Fotos, die auf Twitter geteilt wurden, zeigen das Ausma? der Sachbesch?digung: Das frisch renovierte Portal der Kirche St. Lukas in Leipzig ist nun mit wei?er Farbe beschmiert, auch Kirchenfenster wurden vergangene Woche durch Gegenst?nde zerst?rt.

Die Kirche, die in der Vorwendezeit ein Treffpunkt für DDR-Oppositionelle war, wird mittlerweile von der ?Selbst?ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche“ genutzt, der das Geb?ude auch geh?rt. Die Renovierungsarbeiten ziehen sich bereits seit Jahren, auch viele Freiwillige halfen dabei mit, wie es auf der Webseite der Gemeinde hei?t.

Der Anschlag ereignete sich nach Polizeiangaben vermutlich in der Nacht zwischen dem 5. und dem 6. Januar, der Sachschaden bel?uft sich nach WELT-Informationen auf bis zu 10.000 Euro. Wer dafür verantwortlich ist, ist noch nicht klar. Für Stirnrunzeln sorgte aber ein Bekennerschreiben auf dem linksautonomen Portal Indymedia, das am vergangenen Mittwoch online ging.

Darin hei?t es in englischer Sprache: ?Montage (gemeint ist der Wochentag; d. Red.) für Moria – Zertrümmert das christlich-wei?e Europa.“ Weiter hei?t es: ?Wir haben eine lutherische Kirche in Leipzig angegriffen, um damit unsere Montagskampagne für Moria zu starten. Wir haben mit Steinen und Farbe angegriffen.“

Die Lage in den Flüchtlingslagern an der europ?ischen Au?engrenze sei katastrophal. Nun wollte man die Verantwortlichen da treffen, wo es ?besonders schmerze“.

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Warum man sich dafür eine Kirche ausgesucht hatte, wird im weiteren Verlauf des Textes so erkl?rt: ?Wir denken, eines der besten Ziele sind Kirchen (...). Sie repr?sentieren jeden Teil der Fassade von Frieden, Moral und westlichen Werten, wie es die Europ?ische Union sagt. Kirchen, ?hnlich wie die EU, haben tats?chlich das Gesicht von Kolonialismus, Krieg und Diskriminierung gezeigt oder zeigen es immer noch. Sie sind sehr wichtig für viele Konservative und Menschen, die die westlichen L?nder m?gen.“

Nicht alle Bekennerschreiben sind echt

Ob das Schreiben als authentisch gelten kann, ist offen. WELT fragte beim Landeskriminalamt Sachsen nach. Dort hie? es, dass die Straftat durch die Soko LinX bearbeitet wird. Auch das Selbstbezichtigungsschreiben werde derzeit ausgewertet, es gebe ?einen ersten Hinweis“ auf die Einordnung der Straftat als ?politisch motiviert“, erkl?rte das LKA Sachsen.

Ein ?hnlicher Fall stellte sich jüngst allerdings anders als gedacht dar: Silvester 2020 wurden die Leipziger Thomaskirche und das benachbarte Thomashaus ebenfalls mit Steinen attackiert, Fenster wurden zerst?rt. Auch in diesem Fall gab es ein Bekennerschreiben auf Indymedia, wie der ARD-?Faktenfinder“ recherchiert hat.

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Als Motiv des Angriffs wurden die Aktivit?ten einer ?Nazi-Pfarrerin“ genannt, die angeblich Obdachlose vor der Kirche vertrieben h?tte. Wenig sp?ter stellte sich heraus, dass ein psychisch kranker Mann, der sich für ?Gottes Sohn“ hielt, den Text ver?ffentlicht hatte. Die Leipziger Polizei sprach damals von einem ?Trittbrettfahrer“.

Leipzig ist ein Zentrum der linksradikalen Szene. Insbesondere im Stadtteil Connewitz kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

krott

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