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Ausland Kim Jong-un

Nordkoreas Machthaber zeigt sich erstmals seit Wochen in der ?ffentlichkeit

| Lesedauer: 4 Minuten
Kim Jong Un zeigt sich wieder in der ?ffentlichkeit

Nach wochenlangen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erstmals wieder in der ?ffentlichkeit gezeigt. Warum er so lange von der Bildfl?che verschwand, ist unklar.

Quelle: WELT

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Vom nordkoreanischen Diktator gibt es ein Lebenszeichen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur des Landes meldet, hat Kim Jong-un an einer Veranstaltung in einer Düngemittelfabrik teilgenommen. Offizielle Bilder sollen das belegen.

Als w?re nichts weiter passiert: Nach der r?tselhaften Abwesenheit Kim Jong-uns seit fast drei Wochen hat Nordkorea den Spekulationen um die Gesundheit des Machthabers vorerst ein Ende gesetzt. Am Samstag berichteten die Staatsmedien, Kim haben am 1. Mai an einer Zeremonie zur Fertigstellung einer Düngemittelfabrik n?rdlich von Pj?ngjang teilgenommen.

Die offizielle Zeitung ?Rodong Sinmun“ zeigte Fotos von Kim, wie er in einem dunklen Mao-Anzug ein rotes Band zerschneidet oder sich breit l?chelnd im Kreis von Funktion?ren bewegt - darunter auch seine einflussreiche Schwester und Beraterin Kim Yo Jong.

Die staatlich kontrollierten Medien hatten 20 Tage lang nicht mehr von ?ffentliche Aktivit?ten des Machthabers berichtet, der nach Angaben Südkoreas 36 Jahre alt ist. Jetzt folgte sein inszenierter Auftritt vor jubelndem Publikum.

Hunderte von Menschen, die einen Mundschutz trugen, klatschten vor der Bühne auf dem Gel?nde der Sunchon-Phosphatdüngerfabrik. Alle Anwesenden h?tten ?Hurra“ gerufen, um Kims Einsatz für die Düngemittelindustrie zu würdigen, hie? es. Ein Grund dafür, warum Kim wochenlang von der Bildfl?che verschwunden war, wurde auch jetzt nicht genannt.

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US-Pr?sident Donald Trump, der in Washington auf die Berichte aus Pj?ngjang angesprochen wurde, sagte: ?Ich m?chte das lieber noch nicht kommentieren.“ Man werde sich zu gegebener Zeit ?u?ern. Trump setzt auch auf sein gutes Verh?ltnis zu Kim, den er schon dreimal getroffen hatte, um die derzeit stockenden Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm wieder fortsetzen zu k?nnen.

Nordkorea ist eines der weltweit isoliertesten L?nder. Die Gesundheit des Machthabers gilt als Tabuthema. Am 11. April hatte Kim noch ein wichtiges Parteitreffen in Pj?ngjang geleitet, danach war er nicht mehr aufgetaucht. Insbesondere nach seiner Abwesenheit bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag seines 1994 gestorbenen Gro?vaters und früheren Staatschefs Kim Il Sung am 15. April in Pj?ngjang hielten sich hartn?ckig Gerüchte, Kim sei ernsthaft erkrankt.

Zeitung berichtete von Herzoperation

Der US-Nachrichtensender CNN hatte zuletzt unter Berufung auf einen Regierungsbeamten berichtet, Kim sei ?nach einer Operation in ernsthafter Gefahr“. In Südkorea war der Bericht auf Skepsis gesto?en. Nach Angaben des Pr?sidialamts in Seoul gab es zun?chst keine Hinweise auf gr??ere Gesundheitsprobleme Kims. Auch war die Regierung in Südkorea davon ausgegangen, dass Kim weiter die Kontrolle über die Regierungsgesch?fte ausgeübt hat.

Die auf Nordkorea spezialisierte Internetzeitung ?Daily NK“ in Südkorea hatte berichtet, Kim habe sich einer Operation am Herzen unterziehen müssen. Sp?ter gab es sogar Gerüchte, er sei wahrscheinlich tot. Kim Jong Un ist übergewichtig und gilt als starker Raucher. Sein Vater Kim Jong Il war Ende 2011 war an einem Herzinfarkt gestorben.

Von der Zeremonie in der Fabrik hie? es, Kim Jong Un habe sich mehrere Orte auf dem Fabrikgel?nde angeschaut und sich über den Produktionsprozess informieren lassen. Er habe sich über das Geschaffene zufrieden ge?u?ert und über die Aufgabe gesprochen, ?unsere chemische Industrie mit korrekter Orientierung zu entwickeln, wie es das neue Jahrhundert erfordert“.

Südkoreas Vereinigungsministerium best?tigte den Auftritt. ?Grundlose Berichte über Nordkorea h?tten zuletzt unn?tige Verwirrung in den Bereichen der Wirtschaft, der Sicherheit und Gesellschaft gestiftet“, hie? es in einer Erkl?rung.

Die Verschlossenheit des nordkoreanischen Systems befeuerte die Spekulationen. ?Nordkorea ist ein Ort, der schwer zu knacken ist“, schrieb die Expertin Jean H. Lee vom amerikanischen Wilson Center auf Twitter. ?Dieser ganze Rummel hat unsere Schw?chen bei der Aufkl?rung und der Berichterstattung offengelegt.“ Allerdings k?nnten die Berichte über eine Erkrankung auch stimmen. ?Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.“

Dass Kim l?ngere Zeit nicht ?ffentlich in Erscheinung tritt, ist nicht ungew?hnlich. 2014 war er fast sechs Wochen von der Bildfl?che verschwunden. Danach zeigte er sich mit einem Gehstock. Der Geheimdienst in Südkorea vermutete damals, dass Kim eine Zyste am Sprunggelenk entfernt worden war.

US-Pr?sident Donald Trump hat sich nach dem ersten ?ffentlichen Auftritt von Kim Jong Un seit Wochen erfreut darüber ge?u?ert, dass Kim anscheinend wohlauf ist. ?Ich etwa bin froh zu sehen, dass er zurück und wohlauf ist“, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

dpa/heu/kami

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