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Hunderte Festnahmen bei neuem Protest gegen Lukaschenko

| Lesedauer: 2 Minuten
Proteste in Belarus Proteste in Belarus
Demonstranten tragen bei einer Kundgebung, auf der sie den Rücktritt von Machthaber Lukaschenko fordern, Fahnen in den Farben der früheren wei?russischen Nationalflagge
Quelle: dpa/---
Seit Monaten gehen in Wei?russland Menschen auf die Stra?e und fordern den Rücktritt von Machthaber Alexander Lukaschenko. Bei erneuten Protesten wurden nun mindestens 230 Menschen festgenommen.

Bei Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind Sicherheitskr?fte in Wei?russland gegen Demonstranten vorgegangen. Videos im Nachrichtenkanal Telegram zeigten am Sonntag, wie Menschen in der Hauptstadt Minsk vor vermummten Einsatzkr?ften wegliefen. Zu sehen war zudem, wie Demonstranten abgeführt wurden und Polizisten mitunter auf sie einschlugen.

Die Beh?rden am Abend sprachen von mehr als 300 Festnahmen, ebenso viele wie in der Vorwoche. Das Menschenrechtszentrum Wesna listete zun?chst die Namen von mehr als 230 Festgenommenen auf. Bei den seit Mitte August andauernden Sonntagsprotesten kommt es regelm??ig zu Massenfestnahmen. Sch?tzungen zufolge kamen zwischenzeitlich insgesamt mehr als 30.000 Menschen in Polizeigewahrsam.

Tausende Menschen beteiligten sich diesmal an den Aktionen. Sie versammelten sich zun?chst in ihren Wohnvierteln und schlossen sich danach zu gr??eren Gruppen zusammen. Mit dieser Strategie reagierten die Menschen auf die Polizeigewalt. Sie prangerten an, dass die Sicherheitskr?fte dafür nicht zur Rechenschaft gezogen würden. Auch in anderen St?dten des Landes kam es zu Protesten.

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Die Demonstranten fordern bei ihren M?rschen den Rücktritt Lukaschenkos, der schon mehr als 26 Jahre an der Macht ist. Viele trugen bei winterlichem Wetter wei?-rot-wei?e Fahnen der Opposition. ?Dieser Sonntag ist der 18. Sonntag in Folge, an dem die Menschen zeigen, dass sie bereit sind, ihre Rechte weiter zu verteidigen“, sagte die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja.

EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Pr?sidenten an

Die 38-J?hrige war bei der umstrittenen Pr?sidentenwahl am 9. August gegen den Staatschef angetreten. Der 66-J?hrige hatte sich danach mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit best?tigen lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Pr?sidenten an. Für die Opposition ist Tichanowskaja die wahre Siegerin. Sie ist ins Ausland geflohen.

Am Sonntagabend nahm die Bürgerrechtlerin an einem Gebet für Wei?russland im Berliner Dom teil. Sie sagte dabei, die Menschen in ihrer Heimat wollten ihren Protest weiter friedlich fortsetzen. ?Wir haben Hoffnung für unsere Zukunft.“ Erzbischof Heiner Koch sagte in seiner Predigt: ?Ihr seid in Belarus nicht allein. Wir stehen zu Euch.“

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An diesem Montagnachmittag will sie in Berlin Bundespr?sident Frank-Walter Steinmeier treffen. Danach werde sie nach Brüssel weiterreisen und Gespr?che mit dem EU-Au?enbeauftragten Josep Borrell und Abgeordneten des EU-Parlaments führen, teilte die Oppositionsführerin mit. ?Die wichtigste Aufgabe dieses Besuchs ist es, Gewalt und Gesetzlosigkeit gegen Wei?russen zu stoppen.“

Am Mittwoch erh?lt Tichanowskaja den renommierten Sacharow-Menschenrechtspreis des Europaparlaments.

dpa/cwu

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