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26-J?hriger nahe Synagoge attackiert – Ermittler sehen versuchten Mord

| Lesedauer: 4 Minuten
Jüdischer Student vor Synagoge mit Klappspaten schwer verletzt

Ein 29-j?hriger Mann hat vor der Synagoge in Hamburg einen 26-j?hrigen jüdischen Studenten angegriffen und schwer verletzt. Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland spricht von einem Schock.

Quelle: WELT

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Ein 26-J?hriger ist in der N?he einer Hamburger Synagoge angegriffen worden. Der T?ter soll milit?risch gekleidet gewesen sein und mit einer Schaufel zugeschlagen haben. Er wurde festgenommen. Ermittler sehen den Angriff als versuchten Mord.

Polizei und Generalstaatsanwaltschaft werten den Angriff auf einen jüdischen Studenten vor einer Hamburger Synagoge nach ersten Erkenntnissen als versuchten Mord – mutma?lich mit antisemitischem Hintergrund. Das teilten beide Beh?rden am Montag in Hamburg mit.

Ein Mann hatte am Sonntagnachmittag einen 26-J?hrigen vor der Hamburger Synagoge mit einem Klappspaten angegriffen und erheblich verletzt. Das teilte die Polizei am Abend mit. Die ?Süddeutsche Zeitung“ (?SZ“) hatte zuvor von einer ?offenbar antisemitischen Attacke“ berichtet, bei der ein Mann in milit?rischer Kleidung einen jüdischen Studenten mit einer Schaufel attackiert habe. Nach dpa-Informationen soll der 29-J?hrige einen Zettel mit einem Hakenkreuz in seiner Hosentasche gehabt haben.

Zu den Hintergründen der Tat ?u?erte sich die Polizei zun?chst nicht. Ein 29 Jahre alter Mann, der ?bundeswehr?hnliche Kleidung“ trug, habe dem 26-J?hrigen mit dem Spaten auf den Kopf geschlagen und ihn dabei erheblich, aber nicht lebensgef?hrlich verletzt, hie? es.

Passanten kümmerten sich um das Opfer

Der 26-J?hrige konnte sich den Angaben zufolge in Sicherheit bringen und wurde bis zum Eintreffen von Rettungskr?ften von Passanten erstversorgt. Beamte, die zum Schutz der Synagoge vor Ort waren und den Vorfall beobachteten, h?tten den Angreifer festgenommen. Die Hintergründe würden nun ermittelt. Auch der Staatsschutz sei eingeschaltet worden.

Nach Angaben der ?SZ“ wurden die vielen Besucher der Synagoge in Sicherheit gebracht. Sie feierten dort am Sonntag das Laubhüttenfest Sukkot.

Der 29-J?hrige, der in Berlin wohnt, macht laut Polizei einen ?extrem verwirrten Eindruck“. Es sei sehr schwierig, ihn zu vernehmen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagabend. Der Angreifer sei Deutscher mit kasachischen Wurzeln. Es sei unklar, woher er den milit?rischen Tarnanzug habe, den er bei der Tat am Nachmittag getragen habe. N?here Angaben zu den Hintergründen der Tat konnte die Sprecherin zun?chst nicht machen. Die Ermittlungen dauerten an.

Wohnung in Hamburg durchsucht

Die Polizei hat inzwischen eine Wohnung in der Hansestadt durchsucht. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich der mutma?liche T?ter dort unangemeldet aufgehalten, sagte ein Polizeisprecher. In seiner Wohnung in Berlin lebe er seit 2019 nicht mehr.

In der Wohnung in Hamburg-Langenhorn h?tten die Beamten zun?chst keine weiteren offensichtlichen Hinweise auf einen Mitt?ter oder rechte Struktur oder Gesinnung gefunden. Sie haben mehrere Datentr?ger, vor allem zwei Laptops und USB-Sticks, sichergestellt. Die Auswertung dauere noch an.

Maas verurteilt Attacke: ?Widerlicher Antisemitismus“

Au?enminister Heiko Maas (SPD) hat die Attacke scharf verurteilt. ?In Hamburg hat ein Mann wohl einen jüdischen Studenten vor seiner Synagoge mit einer Schaufel angegriffen. Das ist kein Einzelfall, das ist widerlicher Antisemitismus und dem müssen wir uns alle entgegenstellen“, schrieb Maas am Sonntagabend auf Twitter. ?Meine Gedanken sind bei dem Studenten, ich wünsche gute Genesung.“

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Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) reagierte bestürzt. ?Ich wünsche dem Opfer viel Kraft und baldige Genesung. Hamburg steht fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger“, erkl?rte er am Abend. Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) twitterte: ?Es besch?mt mich zutiefst, dass heute ein Hamburger jüdischen Glaubens vor der Synagoge Hohe Weide attackiert worden ist.“

Sollte sich ein antisemitischer Hintergrund best?tigen, würde das dunkle Erinnerungen an den Anschlag auf das jüdische Gotteshaus in Halle vor fast einem Jahr wecken. ?Die Frage ist, was haben wir nicht gelernt seit Halle?“, sagte Landesrabbiner Shlomo Bistritzky von der Jüdischen Gemeinde Hamburg, der nach eigenen Angaben wenige Minuten nach der Tat eintraf. ?Alle waren sehr, sehr schockiert.“

Am 9. Oktober 2019 hatte der schwer bewaffnete Rechtsextremist Stephan Balliet versucht, die Synagoge in Halle zu stürmen und ein Massaker unter 52 Besuchern anzurichten. Die begingen dort zu dem Zeitpunkt den h?chsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

Als ihm dies nicht gelang, erschoss er eine Passantin und in einem D?nerimbiss einen 20 Jahre alten Gast. Auf seiner Flucht verletzte der Deutsche mehrere Menschen teils sehr schwer. Gegen ihn l?uft am Oberlandesgericht Naumburg der Prozess.

?Rechtsextremistischer Hintergrund, egal ob T?ter psychisch erkrankt ist“

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in Hamburg wegen versuchten Mordes an einem jüdischen Studenten. Polizeisprecherin Sandra Levgrün berichtet, was man inzwischen über den T?ter wei?.

Quelle: WELT/Alexander Siemon

dpa/gub/jr/cwu/jm

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