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Wir haben immer noch Fernweh! Reisetr?ume für 2021

Fluchten bis nach Neuseeland oder Feuerland. Und Freundeskreise auf Mallorca oder in Apulien. In Zeiten von Corona sitzt die Sehnsucht tief – hier sind noch mehr Reisefavoriten der Redaktion für 2021.
| Lesedauer: 9 Minuten
Sehnsuchtsort: Thermalquelle auf Neuseeland Sehnsuchtsort: Thermalquelle auf Neuseeland
Sehnsuchtsort: Thermalquelle auf Neuseeland
Quelle: Getty Images/imageBROKER RF

M?nnerreise nach Mallorca

Die Mutter aller Reisen ist für mich die M?nnerreise. Ich fliege seit Jahren mit Freunden nach Mallorca, immer in die gleiche Ecke bei Capdepera. Wir mieten uns dort eine Finca, gro? genug für zw?lf Personen, mit sch?ner Terrasse und Pool.

Wir haben mehrere gute K?che unter uns, einer verliert sich in der Zubereitung seiner exzellenten Tapas manchmal ein bisschen. Dann vertreiben wir uns die Wartezeit damit, Hierbas zu trinken, diesen wunderbaren grünen spanischen Kr?uterlik?r, der zum Mallorca-Gefühl geh?rt wie Lichtschutzfaktor 30.

Au?er für ein Fu?ball- oder Handballspiel bleibt der Fernseher aus, kein DSDS oder Super-Talent oder womit wir sonst zu Hause gequ?lt werden. Auch kein ?Mach dies, mach das“, unter uns M?nnern funktioniert der Alltag gr??tenteils wortlos. So bleibt mehr Zeit für Bl?dsinn, zum Beispiel Fotosessions im Pool.

Erinnerungsfoto aus dem M?nnerurlaub des Autors
Erinnerungsfoto aus dem M?nnerurlaub des Autors
Quelle: Stefan Frommann

Dass wir das Haus am letzten Tag sauber übergeben, ist Ehrensache. Eine Ordnung gibt es bis dahin nicht, keine Kleiderordnung und auch keine Tagesordnung, bis auf eins: Golfspielen, jeden Tag. Auf Mallorca gibt es herrliche Golfanlagen, aber unser Lieblingsplatz ist Canyamel – hier gibt es die sch?nste Terrasse der Insel, Leckereien von Schinken bis Paella und eine selbstgemachte wei?e Sangría, die konkurrenzlos gut ist.

2020 fiel Mallorca aus. Wir fuhren stattdessen im Mai nach Sachsen, zum damaligen Zeitpunkt lie?en es die Corona-Regeln zu, dass eine Gruppe dieser Gr??e dort gemeinsam golfen, essen, trinken konnte. Es waren sch?ne Tage. Aber es war nicht Mallorca. Stefan Frommann

Nach 40 Jahren: endlich Marseille!

Das Problem an Marseille: Es macht es einem leicht, daran vorbeizufahren. Wer hat schon Lust auf Gro?stadt, wenn man im Midi ist und Olivenb?ume und Lavendel m?chte? Nach vierzigj?hriger Marseille-Vermeidung soll es 2021 endlich etwas werden.

Mittlerweile wohnt eine Freundin dort. Au?erdem kommt die Patentochter mit. Beide haben so ihre Vorstellungen, wie unsere Tage in der Stadt aussehen sollen. Die Freundin empfiehlt Yoga mit Meerblick und den Apéro auf La Plaine, dem gr??ten Platz von Marseille. Die Patentochter m?chte an den Strand, ist aber auch bereit, ins MuCEM mitzukommen, das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers. Alle drei lieben wir M?rkte, vor allem exotische wie die im arabisch-afrikanisch gepr?gten Quartier Noailles.

Wohnviertel in Marseille
Wohnviertel in Marseille
Quelle: Universal Images Group via Getty Images

Wir werden Meeresfrüchte und Bouillabaisse probieren sowie eine geführte Tour zur Geschichte der Prostitution machen – stets so lange, bis uns schlecht wird. Obwohl die Patentochter alle ihre Bikinis einpacken wird, hoffe ich, dass wir zumindest einen Tag Mistral haben: Dieser trockene Fallwind, der das Rhonetal runterfegt, putzt alles weg, allen Dreck, alle Wolken, all die Corona-Trübsal.

Wir werden am Hafen sitzen, aufs blaue Meer schauen und wissen: Jetzt ist es gut. Annette Prosinger

Wracktauchen in Schottland

Scapa Flow. Der Name bedeutet für Wracktaucher ungef?hr das, was für Alpinisten der Mont Blanc ist: ein Traumziel, herausfordernd, aber nicht v?llig unerreichbar.

Die Bucht im Ring der Orkneyinseln im Norden Schottlands war der Ort, an dem die Schlachtschiffe der deutschen Marine zum Ende des Ersten Weltkrieges 1919 interniert waren, bis ihre Offiziere am 21. Juni die Seeventile ?ffnen lie?en. 24 gro?e P?tte sanken, sieben wurden nicht gehoben und verrosten seither langsam am Grund. Wer sie noch sehen will, muss sich beeilen, die morschen Decks brechen inzwischen ein. Also habe ich mir die Reise dorthin für 2021 fest vorgenommen.

Der Anker des deutschen Kriegsschiffs "Seydlitz"
Der Anker des deutschen Kriegsschiffs "Seydlitz"
Quelle: Getty Images/Fotosearch RF

Tauchen in Scapa Flow ist nichts für Anf?nger, die schottische Nordsee ist kalt und trüb. Die Schiffe aus der Kaiserzeit liegen zwischen 25 und 40 Meter tief, Str?mungen k?nnen Taucher meilenweit abtreiben – auch die Wracks selbst bergen noch immer Gefahren. Jeden Tauchgang muss man genau planen.

Doch genau darin liegt der Reiz der Reise. Schottland ist unter Wasser nicht anders als an Land – es kann schroff und abweisend sein, aber wenn man sich auf die Herausforderung einl?sst, ist es atemberaubend sch?n. Benedikt Fuest

Wintersonne in Andalusien

Wenn die Spanier noch mit Daunenjacken rumlaufen, sind bei mir Bermudashorts angesagt: Es ist Ende Februar – und in Conil de la Frontera ist es für uns Nordeurop?er wie Frühling. 19 Grad, Sonnenschein, ein milder Wind weht von Afrika herüber.

Seit 20 Jahren zieht es uns in diese Gegend, an die Costa de la Luz, die Küste des Lichts. Conil de la Frontera ist eine Stadt, z?hlt aber zu den berühmten wei?en D?rfern Andalusiens. Der Ort ist im Sommer überlaufen, aber gegen Winterende angenehm leer. Der Atlantikstrand ist unvergleichlich, einfach gro?artig.

Conil de la Frontera in Andalusien
Conil de la Frontera in Andalusien
Quelle: pa/ imageBROKER

Man trifft ein paar Andalusier und wenige Urlauber mit Hunden, aber es kann auch sein, dass man an diesem kilometerlangen, wundervoll breiten Strand ganz allein ist. Manchmal kommt man bei einem Angler vorbei und fragt sich, wie die Leine bei der Brandung drau?en bleibt.

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Wir mieten uns immer ein Stadthaus. Eigentlich ist das eine ehemalige Fischerbehausung – aus jener Zeit, in der Thunfischfang in Conil noch wichtiger war als Tourismus. Den Atlantik h?rt man da den ganzen Tag rauschen. Das ist so herrlich, dass es ein Drama w?re, wenn wir im Februar oder M?rz 2021 nicht hink?nnten. Dann werde ich endlich einen der Angler fragen, wie er das macht mit der Leine. Stephan Maa?

Gurkeneis und Apero im Salento

Was für Helmut Kohl der Wolfgangsee war, ist für mich das Salento, das hinterste Ende der italienischen Hacke. Seit neun Jahren fahre ich im Sommer mit meinen besten Freunden dorthin.

Sonnenuntergang vor Apulien
Sonnenuntergang vor Apulien
Quelle: Picture Allianca

Wir mieten uns einen alten Palazzo in Galatina, lassen uns vom Glockengel?ut der benachbarten Kirche wecken (au?er dienstags, da l?rmt die Müllabfuhr noch früher), schlürfen auf der Piazza morgens Espresso und abends Aperol Spritz, besichtigen so gut wie gar nichts (weil wir l?ngst alles kennen), springen ins Ionische Meer (türkisblau wie die Karibik), freuen uns über die alten Vespas, die hier noch herumfahren, essen die beste Pasta der Welt (von Cavalieri aus Maglie) und strengen uns nur einmal am Tag an – wenn wir an der Gelateria Dolce Arte in Cutrofiano vorfahren und uns entscheiden müssen zwischen Pistazien-, Gurken- oder Zabaione-Eis.

2021 ohne Salento, ohne diese Rituale und ohne meine Freunde liegt jenseits des Vorstellbaren. S?nke Krüger

Ab in die Hütte!

Schneebedeckte Gipfel, grüne Wiesen, dichte W?lder: Mein Partner und ich lieben alpines Idyll und hutzelige Almhütten. Zwar sind wir keine typischen Wanderer, k?nnen uns aber durchaus für Kletterpartien und sogar für Wanderstockschnitzen erw?rmen. Gute Gesellschaft ist in den Bergen aber nicht zu verachten – gerade in sozial mageren Phasen lernt man sie zu sch?tzen.

Davon ahnten wir freilich nichts, als wir vor einem Jahr die Chatgruppe ?Familien-Gaudi auf der Alm 2020“ erstellten. Ein Almhaus in Alleinlage für unsere weit verstreut lebende Gro?familie, immerhin 18 Leute, war schnell gefunden – auf dem Buchungsportal unseres Vertrauens gab es nur ein Haus, das gro? genug war.

Idyllische Almhütte
Idyllische Almhütte
Quelle: pa/ EXPA/ Eric Fahrner

180 Quadratmeter rustikaler Chic in den Osttiroler Hohen Tauern sollten es also werden. Wir würden in karierter Bettw?sche aufwachen, unsere Butter für das Frühstück aus dem kühlen Keller holen, für den Kaffee am Morgen den Küchenofen anfeuern und abends bei Kerzenschein zusammensitzen. Wir würden durch Wiesen und W?lder stromern, dem Lauf der Bergb?che folgen und am Abend am Lagerfeuer zusammenkommen. Dachten wir.

Doch dann kam Corona und machte uns einen Strich durch die Rechnung. Umso mehr freuen wir uns, unseren Gro?familienurlaub auf unserer einsamen Hütte 2021 nachzuholen. Dietgard Stein

Schlürfen verbindet

Auf den ersten Blick mag Japan dem Besucher fremdartig erscheinen. Doch sp?testens wenn man am Tresen einer der unz?hligen Suppenküchen Platz genommen hat, wird deutlich, dass das Bedürfnis nach einem behaglich-warmen S?ttigungsgefühl kulturübergreifend ist. Vor der Suppenschüssel sind alle gleich, das Schlürfen verbindet, und die Japaner schlürfen ihre Nudelsuppe mit geradezu religi?ser Hingabe.

Jede Region hat ihre Spezialit?ten, auf die sie besonders stolz ist. Shikoku ist bekannt für seine Sanuki Udon – herrlich glitschige Weizennudeln, die sich ohne langes Kauen einsaugen lassen und die in der Regel in einer Fischbrühe serviert und mit Toppings wie Ei, Tofu oder Rinderhack garniert werden. Allein diese Nudeln sind ein Grund, der beschaulichsten der japanischen Hauptinseln 2021 einen Besuch abzustatten.

Hier beginnt der Pilgerweg, der zu 88 Tempeln führt
Hier beginnt der Pilgerweg, der zu 88 Tempeln führt
Quelle: LightRocket via Getty Images

Zudem ist Shikoku von einem Pilgerpfad umringt, der 88 historische Tempel verbindet. Wer hier wandert, sollte gut zu Fu? sein und sich viel Zeit dafür nehmen. Der Rundkurs um die Insel, traditionell in wei?em Gewand (steht für lautere Absichten und einen reinen Geist), mit buntem Wanderstab und Strohhut gegen Sonne und Regen absolviert, ist über 1100 Kilometer lang. Die n?chste Suppenküche ist dabei immer in Reichweite. Heiko Zwirner

Traumtour Neuseeland

Von Deutschland aus kann man nicht weiter reisen als bis ins Kiwi-Land. Das bedeutet: 24 Stunden Anreise, 24 Stunden Heimflug – Minimum. Zw?lf Stunden Zeitverschiebung.

Au?erdem: Das Land mit zwei Hauptinseln ist zwar kleiner als Deutschland, hat aber Regenw?lder zu bieten und Gletscher, Dünen und Hochgebirge, Geysire und Vulkane, Klippen und Sandstr?nde, Olivenhaine und Weingüter, Studentenst?dtchen und Maori-D?rfer, Hobbit-Drehorte, mystische H?hlen, Fjorde und Wasserf?lle.

Schwefel f?rbt diese Becken auf Neuseeland
Schwefel f?rbt diese Becken auf Neuseeland
Quelle: Getty Images

Wegen dieser Fülle an H?hepunkten raten Kenner zu vier Wochen Reisezeit – ebenfalls Minimum. Neuseeland blieb daher stets mein gro?es Traumziel ?für irgendwann“, für den aufgesparten Jahresurlaub im Winter etwa. Weil dann dort Sommer ist. Ein ?Once in a lifetime“-Erlebnis auf jeden Fall, mit s?mtlichen Highlights inklusive.

Mittlerweile w?re ich aber glücklich, das Land überhaupt einmal kennenlernen zu dürfen. Sollten 2021 die Grenzen wieder ?ffnen, w?ren zwei, drei Wochen Nordinsel Geschenk genug: mit Cape Reinga, der Heimst?tte der Maori, einem Besuch der Hauptstadt Wellington und Rotoruas Vulkanlandschaft mit blubbernden Seen. Oder das H?hlenlabyrinth von Waitomo: Dort leuchten angeblich auf einer unterirdischen Bootstour Tausende Glühwürmchen den Weg. Hannelore Crolly

Auf nach Feuerland

Für mich chronisch Fernwehgeplagte soll es 2021 so weit weg gehen wie m?glich. Und was bietet sich da besser an als das Ende der Welt? Genauer gesagt: Feuerland an der Spitze Südamerikas.

Bunte Holzh?user s?umen die Hafenpromenade, M?wen kreischen, und mir weht ein leichter, kühler Wind ins Gesicht – so male ich mir Ushuaia aus, südlichste Stadt Argentiniens. Von hier aus soll es mit dem Boot hinaus zur Isla Martillo gehen, auf der eine Pinguinkolonie lebt. Dort kann man die Tiere hautnah in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Eine einzigartige Erfahrung, die ich schon immer machen wollte.

Der Hafen von Ushuaia, Feuerland
Der Hafen von Ushuaia, Feuerland
Quelle: Getty Images/imageBROKER RF

Zurück auf Feuerland, m?chte ich bei einer Trekkingtour die W?lder durchstreifen und durch B?che waten, um schlie?lich mit dem Anblick der türkisblauen Laguna Esmeralda belohnt zu werden.

Unten das kristallklare Wasser, oben die schneebedeckten Gipfel der Anden und mittendrin: nur ich! Ich werde endlich wieder in die Ferne blicken und frei sein – ein Gefühl, nach dem ich mich in Pandemiezeiten schmerzlich gesehnt habe. Tamara Vogel

Dieser Text ist aus der WELT AM SONNTAG. Wir liefern sie Ihnen gerne regelm??ig nach Hause.

WELT AM SONNTAG ET 27.12.2020?Packshot halbe Seite
WELT AM SONNTAG ET 27.12.2020?Packshot halbe Seite
Quelle: WELT AM SONNTAG

Urlaub in Coronazeiten – Darauf sollte man achten

Trotz Corona ist der Wunsch nach Urlaub bei vielen gro?. Die gute Nachricht: Ganz unm?glich ist das Reisen in Pandemie-Zeiten nicht, allerdings sollte man dabei ein paar Dinge beachten.

Quelle: WELT

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