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Sie pflanzt W?lder unter Wasser

| Lesedauer: 6 Minuten
Korallenriffe sind atemberaubende Lebensr?ume mit enormem Artenreichtum – aber sie sterben, weil ihnen der Klimawandel stark zusetzt. Meeresbiologin Emma Camp (33) erforscht Superkorallen, mit denen gesch?digte Riffe wieder aufgeforstet werden k?nnen. Die Britin wurde dafür als Ehrenpreistr?gerin der Rolex Preise für Unternehmungsgeist ausgezeichnet.
Emma Camp bei der Arbeit: Mit Korallen, die den Klimawandel aushalten, forstet die Meeresbiologin besch?digte Riffe wieder auf
Emma Camp bei der Arbeit: Mit Korallen, die den Klimawandel aushalten, forstet die Meeresbiologin besch?digte Riffe wieder auf
Quelle: Rolex/Franck Gazzola

Es war der 11. Juni 1770, ein Montag, als das Schiff von Kapit?n James Cook auf Grund lief. Die legend?re HMS ?Endeavour“ sa? fest vor der Ostküste Neu-Hollands, wie Australien damals genannt wurde. Cook lie? Kanonen, F?sser, Ballast über Bord werfen. Mit der Flut kam sein Dreimaster wieder frei und konnte weiterfahren. Das Schiff hatte einiges abbekommen. Planken waren gebrochen; in der Hülle steckte, wie sich bei der Reparatur zeigte, ein enormer Brocken: Korallengestein. Cook hatte das Great Barrier Reef entdeckt, die gr??te von lebenden Organismen erschaffene Struktur der Erde.

Wenn wir so weitermachen, ist es m?glich, dass das Great Barrier Reef noch zu unseren Lebzeiten so nicht mehr existieren wird
Emma Camp, Meeresbiologin und Ehrenpreistr?gerin der Rolex Preise für Unternehmungsgeist

250 Jahre nach Cooks Entdeckung geht es dem Great Barrier Reef nicht gut. Der Klimawandel t?tet die Korallen. ?Ungef?hr die H?lfte der Korallen im gesamten Riff ist schon heute als Folge steigender Wassertemperaturen abgestorben“, sagt Meeresbiologin und Forscherin Emma Camp. ?Wenn wir so weitermachen, ist es m?glich, dass das Great Barrier Reef noch zu unseren Lebzeiten so nicht mehr existieren wird.“

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Camp arbeitet daran, dass diese Prognose nicht eintritt. Die Wissenschaftlerin hat widerstandsf?hige Korallen aufgespürt, die das w?rmere Wasser aushalten. Mit diesen Organismen k?nnen gesch?digte Riffe wieder aufgeforstet werden. Für ihre Arbeit wurde Emma Camp als Ehrenpreistr?gerin der Rolex Preise für Unternehmungsgeist ausgezeichnet.

Der Preis für au?ergew?hnliche Menschen

Die in etwa alle zwei Jahre vergebenen Rolex Preise für Unternehmungsgeist sind Teil der 2019 ins Leben gerufenen Kampagne ?Perpetual Planet“. Die Schweizer Luxusuhrenmanufaktur unterstützt seit mehr als vier Jahrzehnten laufende oder vision?re neue Projekte, die dem Wohl der Menschheit und/oder des Planeten dienen.

Korallen wachsen an Gitterkonstruktionen, die Emma Camp im Opal Reef installiert hat, einem Teil des Great Barrierer Reef
Korallen wachsen an Gitterkonstruktionen, die Emma Camp im Opal Reef installiert hat, einem Teil des Great Barrierer Reef
Quelle: Rolex/Franck Gazzola

Anl?sslich des 50-j?hrigen Jubil?ums der Rolex Oyster, der ersten wasserdichten Armbanduhr der Welt, wurde der Preis 1976 ins Leben gerufen. Wie die Rolex Oyster stehen auch die Preise – und vor allem die Preistr?ger – für die Werte, die Rolex seit seiner Gründung 1905 durch Hans Wilsdorf ausmachen: Qualit?t, Erfindungsgabe, Entschlossenheit und ganz besonders Unternehmungsgeist.

150 Frauen und M?nner wurden ausgezeichnet, seit die Preise erstmalig vergeben wurden. Preistr?gerinnen und Preistr?ger erhalten Unterstützung für die Weiterführung ihrer Projekte sowie Zugang zum Rolex Netzwerk.

Das Weltnaturerbe ist fast so gro? wie Deutschland

Emma Camp forscht im Great Barrier Reef. Das gewaltige Riff ist 347.800 Quadratkilometer gro?. Das entspricht fast der Fl?che Deutschlands. Geschaffen wurde das Riff von tropischen Steinkorallen, winzigen Nesseltieren, die in gro?en Kolonien am Meeresboden leben. Weil die nach ihrem Tod ein Kalkskelett zurücklassen, auf dem die n?chste Generation einfach weiterw?chst, bildeten sich im Verlauf der Jahrhunderte gigantische Kalksteinerhebungen, die zum Teil bis nah an die Wasseroberfl?che reichen und so unter anderem dem Schiff von Kapit?n James Cook fast zum Verh?ngnis wurden.

Emma Camp forscht im Riffgebiet um Low Island, eine kleine Insel rund 25 Kilometer vor der australischen Ostküste
Emma Camp forscht im Riffgebiet um Low Island, eine kleine Insel rund 25 Kilometer vor der australischen Ostküste
Quelle: Rolex/Frank Gazzola

Die heutige Korallengeneration überzieht das von ihren Vorfahren hinterlassene Riff wie eine lebendige Beschichtung. Dieser überzug aus unz?hligen Polypen ist eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Tierwelt unter Wasser. Rund 1500 Fischarten leben im Great Barrier Reef, darunter auch Clownfische, berühmt geworden durch den Animationsfilm ?Findet Nemo“ und au?erdem Seekühe, Haie, Stachelrochen, Buckelwale, Delfine, Meeresschildkr?ten, 200 Kilogramm schwere Riesenmuscheln und unz?hlige weitere Arten.

Der Klimawandel zerst?rt Korallenriffe

Korallenriffe haben Emma Camp schon früh fasziniert. Als sie sechs Jahre alt war, tauchte sie im Schnorchelurlaub zum ersten Mal selbst. ?Im Wasser entdeckte ich eine ganz neue Welt, von der ich einfach überw?ltigt war. In diesem Moment waren meine Leidenschaft und meine tiefe Faszination für Korallenriffe geweckt“, sagt die Britin, die sp?ter Umweltwissenschaften und Chemie studierte und heute an der University of Technology im australischen Sydney forscht.

Emma Camp sucht und sammelt Korallen, die erh?hten Wassertemperaturen widerstehen. Riffe, die durch die Korallenbleiche absterben, k?nnen so wiederbelebt werden
Emma Camp sucht und sammelt Korallen, die erh?hten Wassertemperaturen widerstehen. Riffe, die durch die Korallenbleiche absterben, k?nnen so wiederbelebt werden
Quelle: Rolex/Franck Gazzola

Der Lebensraum Riff ist bedroht durch die sogenannte Korallenbleiche. Bei einem Forschungsaufenthalt auf den Seychellen hat Emma Camp erlebt, wie schnell und wie fatal die wirkt: Innerhalb von nur einer Woche starben so viele Polypen ab, dass sich ein mehrere Fu?ballfelder gro?er Teil ihres Forschungsgebietes in eine tote Wüste verwandelte.

Denn steigende CO2-Emissionen setzen die Nesseltiere doppelt unter Druck. Der Klimawandel erh?ht die Wassertemperaturen. Wird es zu warm, produzieren die mikroskopisch kleinen, einzelligen Algen, die im K?rper der Polypen leben und sie mit Nahrung versorgen, giftige Stoffe. Die Polypen sto?en die Algen aus und verlieren so ihre Farbe. Sie werden kalkwei?.

Die Natur soll eine überlebenschance bekommen

Die Algen k?nnen zwar zurückkehren. Aber wenn hohe Wassertemperatur und Bleiche für eine gewisse Zeit andauern, verhungern die Korallen. Au?erdem gelangt das zus?tzliche CO2 der Atmosph?re auch ins Wasser der Meere. Es wird dadurch saurer. Diese Ozeanversauerung macht es Korallen zunehmend schwer, ihre Kalkskelette auszubilden und Riffe wachsen zu lassen. Emma Camp hat eine M?glichkeit gefunden, diese Unterwasserw?lder wieder aufzuforsten.

In Camps Labor werden die Organismen analysiert: Warum k?nnen diese Korallen dem Klimawandel trotzen?
In Camps Labor werden die Organismen analysiert: Warum k?nnen diese Korallen dem Klimawandel trotzen?
Quelle: Rolex/Franck Gazzola

?Der wichtigste Baustein bei der Rettung der Riffe ist natürlich die massive Reduktion des weltweiten Aussto?es von CO2“, sagt Emma Camp. ?Aber wir müssen in jedem Fall auf das schlimmste Szenario vorbereitet sein und schon jetzt die Widerstandsf?higkeit der Riffe erh?hen, damit sie eine Chance zum überleben haben.“

Infolge besonders schwerer Korallenbleichen in den Jahren 2016 und 2017 sind schon heute rund zwei Drittel der Korallen im n?rdlichen Great Barrier Reef abgestorben. Die Krise ist existenziell. Der Weltklimarat geht davon aus, dass bei einer globalen Erw?rmung von zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau nahezu alle tropischen Riffe weltweit absterben werden. Um ein Grad sind die Temperaturen bereits gestiegen.

Superkorallen k?nnten einzigartige Lebensr?ume retten

Ist das Great Barrier Reef also verloren? Emma Camp glaubt nicht daran. Und wie ihre Forschung zeigt, besteht tats?chlich Grund zur Hoffnung. Denn in entlegenen Lagunen von tropischen Mangrovenw?ldern – für Korallen eigentlich ein lebensfeindlicher Ort – hat sie wahre Superkorallen aufgespürt. Das Wasser in den Lagunen ist sehr warm und sauer, genau wie die Meere in der durch den Klimawandel ver?nderten Welt von morgen. Offenbar haben sich die Korallen an die extremen Bedingungen anpassen k?nnen.

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Inzwischen hat Emma Camp in vielen tropischen Meeren der Welt Hotspots mit Superkorallen gefunden, auch in der N?he des Great Barrier Reef. Im Labor erforscht sie das Verhalten und die Erbinformation der überlebenskünstler, um herauszufinden, was genau sie so widerstandsf?hig macht. Doch ihre Anstrengungen gehen noch weiter. Derzeit konzentriert sich Emma Camp mit ihrem Team auf zwei Orte im n?rdlichen Great Barrier Reef bei Low Isles und Howick Island.

Camp (rechts im Hintergrund) glaubt daran, dass der Lebensraum des Great Barrier Reef erhalten werden kann
Camp (rechts im Hintergrund) glaubt daran, dass der Lebensraum des Great Barrier Reef erhalten werden kann
Quelle: Rolex/Franck Gazzola
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Die dort heimischen Korallen sollen nicht nur auf ihre Eigenschaften untersucht, sondern erstmals auch in bereits abgestorbene Bereiche des Riffs verpflanzt werden. Behalten sie auch in der neuen Umgebung ihre Superf?higkeiten bei, k?nnten sie geeignete Kandidaten für ein Unterwasser-Wiederaufforstungsprogramm sein.

Ich kann den Gedanken nicht ertragen, meinen Kindern eines Tages sagen zu müssen, dass unsere Generation vom Sterben der Riffe wusste und nichts dagegen getan hat
Emma Camp, Meeresbiologin und Ehrenpreistr?gerin der Rolex Preise für Unternehmungsgeist

Wie das aussehen k?nnte, zeigt ein anderes laufendes Projekt von Emma Camp. Mit ihrem Team pflanzt sie am Rand des Great Barrier Reef ?Baumschulen“ für Jungkorallen, um abgestorbene Bereiche zurückzugewinnen. Dazu befestigt sie kleinere Korallenstücke auf Gittergestellen am Meeresboden. Schon mehr als 3000 dieser Anpflanzungen mit vielen heimischen Arten gibt es heute. Genauso k?nnten bald auch die Superkorallen aus den Mangroven im Riff angesiedelt werden.

Forscher, Bürger und Touristen sollen gemeinsam helfen

?Ich kann den Gedanken nicht ertragen, meinen Kindern eines Tages sagen zu müssen, dass unsere Generation vom Sterben der Riffe wusste und nichts dagegen getan hat“, sagt Emma Camp. Schon heute arbeitet die Wissenschaftlerin eng mit australischen Reiseveranstaltern und ?kotourismus-Anbietern zusammen, die ihr als sogenannte Bürgerwissenschaftler dabei helfen, den Zustand des Riffs zu überwachen.

Diese ?Citizen Science“ – also Forschung, die mithilfe des Einsatzes von interessierten Laien durchgeführt wird – k?nnte zum Schlüsselfaktor für ein künftiges Wiederbesiedlungsprogramm werden. Denn sollten sich die Pionier-Polypen im Riff bew?hren, kann die gro?fl?chige Wiederaufforstung nicht allein von Wissenschaftlern übernommen werden. Dann werden alle helfen müssen – Forscher, Bürger, Touristen.

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