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Er entwickelt eine App gegen den Hunger

| Lesedauer: 5 Minuten
Nigeria ist Afrikas gr??te Volkswirtschaft, trotzdem hungern Millionen im Land. Oscar Ekponimo (34) setzt eine App dagegen: ein digitaler Marktplatz für Lebensmittel, die günstig sind, weil ihr Haltbarkeitsdatum abl?uft. Ekponimo wurde dafür im Rahmen der Rolex Preise für Unternehmungsgeist ausgezeichnet.
Softwareentwickler Oscar Ekponimo in einem nigerianischen Supermarkt: Mit seiner App Chowberry will er den Hunger im Land lindern
Softwareentwickler Oscar Ekponimo in einem nigerianischen Supermarkt: Mit seiner App Chowberry will er den Hunger im Land lindern
Quelle: ? Rolex/Tomas Bertelsen

Mit mehr als 200 Millionen Einwohnern ist Nigeria der mit Abstand bev?lkerungsreichste Staat Afrikas. Seinen Namen verdankt das Land dem – nach Nil und Kongo – drittgr??ten Fluss des Kontinents, dem Niger, der im Süden des Staatsgebiets in den Golf von Guinea mündet. Das gigantische Delta des Stroms ist mit 70.000 Quadratkilometern so gro? wie Bayern. Seit den 50-er Jahren wird im Nigerdelta Erd?l gef?rdert. Bis heute ist ?l das wichtigste Exportgut Nigerias.

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Millionen Menschen hungern in Nigeria

Die ?lexporte haben viel Geld ins Land gebracht; das Bruttoinlandsprodukt lag 2019 bei rund 450 Milliarden US-Dollar – Nigeria ist die gr??te Volkswirtschaft des afrikanischen Kontinents. Aber l?ngst nicht alle profitieren davon. ?Bittere Armut trotz Rohstoffreichtum“ pr?gt das Land, so das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Viele Nigerianer hungern. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Nigeria mehr als 24 Millionen Menschen unterern?hrt. 

Gemeinsam mit Supermarktmanager Abduljeleel Salawudeen (r.) erfasst Oscar Ekponimo Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum bald abgelaufen ist. Die werden günstig über die Chowberry-App angeboten
Gemeinsam mit Supermarktmanager Abduljeleel Salawudeen (r.) erfasst Oscar Ekponimo Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum bald abgelaufen ist. Die werden günstig über die Chowberry-...App angeboten
Quelle: ? Rolex/Tomas Bertelsen

Was Hunger bedeutet, hat Oscar Ekponimo am eigenen Leib erfahren. Sein Vater verlor seine Besch?ftigung wegen eines leichten Schlaganfalls, als Oscar elf Jahre alt war. ?In den folgenden drei Jahren gab es bei uns zu Hause wenig zu essen“, erinnert sich der heute 34-j?hrige Softwareentwickler und Unternehmer. ?An guten Tagen gab es abends eine kleine Mahlzeit. An schlechten Tagen a? ich im Verlauf von 48 Stunden nur ein paar Kekse, die ich von einem Schulfreund bekommen hatte.“ Für Ekponimo und die Familie waren ?diese Hungerjahre“, wie er die schlechte Zeit nennt, ?eine psychische und emotionale Belastung“. Er fasste einen Entschluss: ?Alle meine F?higkeiten dafür einzusetzen, anderen Menschen solchen Hunger zu ersparen.“

Und genau das hat Oscar Ekponimo getan. Er entwickelte die cloudbasierte App Chowberry, mit der Bedürftige effektiv und zu besonders günstigen Preisen mit Lebensmitteln versorgt werden k?nnen. Dafür wurde Oscar Ekponimo als Preistr?ger der Rolex Preise für Unternehmungsgeist ausgezeichnet.

Kollegen von Chowberry nutzen die App zur Erfassung von Lebensmitteln
Kollegen von Chowberry nutzen die App zur Erfassung von Lebensmitteln
Quelle: ? Rolex/Tomas Bertelsen

Der Preis für au?ergew?hnliche Menschen

Die in etwa alle zwei Jahre vergebenen Rolex Preise für Unternehmungsgeist sind Teil der 2019 ins Leben gerufenen Kampagne ?Perpetual Planet“. Die Schweizer Luxusuhrenmanufaktur unterstützt seit mehr als vier Jahrzehnten laufende oder vision?re neue Projekte, die dem Wohl der Menschheit und/oder des Planeten dienen.

Anl?sslich des 50-j?hrigen Jubil?ums der Rolex Oyster, der ersten wasserdichten Armbanduhr der Welt, wurde der Preis 1976 ins Leben gerufen. Wie die Rolex Oyster stehen auch die Preise – und vor allem die Preistr?ger – für die Werte, die Rolex seit seiner Gründung 1905 durch Hans Wilsdorf ausmachen: Qualit?t, Erfindungsgabe, Entschlossenheit und ganz besonders Unternehmungsgeist.

150 Frauen und M?nner wurden ausgezeichnet, seit die Preise erstmalig vergeben wurden. Preistr?gerinnen und Preistr?ger erhalten Unterstützung für die Weiterführung ihrer Projekte sowie Zugang zum Rolex Netzwerk.

Für Produkte, deren Haltbarkeitsdatum bald abl?uft, senkt die Software automatisch den Preis. Hilfsorganisation, mit denen Chowberry zusammenarbeitet, werden dann über die App benachrichtigt
Für Produkte, deren Haltbarkeitsdatum bald abl?uft, senkt die Software automatisch den Preis. Hilfsorganisation, mit denen Chowberry zusammenarbeitet, werden dann über die App bena...chrichtigt
Quelle: ? Rolex/Tomas Bertelsen

Essbare Lebensmittel werden weggeworfen

Von 1992 bis heute hat sich die Bev?lkerung Nigerias verdoppelt. Die Entwicklung der Landwirtschaft konnte mit diesem rasanten Wachstum nicht mithalten. Zwar versucht die Regierung seit Jahren, den heimischen Agrarsektor zu st?rken. Trotzdem ist Nigeria nach wie vor auf Lebensmittelimporte angewiesen. Doch auch die reichen nicht aus, um den Hunger im Land zu besiegen. Versch?rft wird die schlechte Versorgungslage zudem dadurch, dass – so wie in Europa – auch die nigerianischen Superm?rkte Lebensmittel entsorgen, sobald das Verfallsdatum erreicht ist. ?Wenn es gelingt, diese Vergeudung zu reduzieren, werden automatisch mehr Lebensmittel verfügbar sein“, sagt Oscar Ekponimo.

Als Informatiker habe ich die IT immer als hervorragendes Instrument für die L?sung vieler Probleme Afrikas betrachtet
Oscar Ekponimo, Preistr?ger der Rolex Preise für Unternehmungsgeist

Ekponimo studierte zun?chst in Nigeria an der Universit?t Calabar Informatik und absolvierte dann einen Onlinekurs der US-amerikanischen Stanford University zum Thema ?Gründung von Technologie-Start-ups“. Schon in seiner Studentenzeit widmete er sich dem Kampf gegen den Hunger. Mit Freunden gründete er den Verein ?Blue Valentine“, der immer am Valentinstag warme Mahlzeiten an Stra?enkinder verteilte. Heute arbeitet Ekponimo als Softwareentwickler in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

Probleme mit Technologie l?sen: Softwareentwickler Ekponimo mit Kollegen in seinem Büro
Probleme mit Technologie l?sen: Softwareentwickler Ekponimo mit Kollegen in seinem Büro
Quelle: ? Rolex/Tomas Bertelsen

?Als Informatiker habe ich die IT immer als hervorragendes Instrument für die L?sung vieler Probleme Afrikas betrachtet“, sagt Oscar Ekponimo. Genau eine solche L?sung ist seine Software mit Namen Chowberry. Mithilfe der Chowberry-App k?nnen Einzelh?ndler Strichcodes auf den Lebensmittelverpackungen in ihrem Sortiment drei Monate vor dem Verfallsdatum scannen. Für Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum demn?chst abl?uft, senkt die Software automatisch den Preis.

Das System schickt dann an bedürftige Kunden sowie an Hilfsorganisationen, die Partner von Chowberry sind, über die App eine Nachricht. Der Warenpreis kann dabei je nach Bedarf in mehreren Stufen reduziert werden, je n?her das Ablaufdatum rückt.

Die sozialen Grenzen der Technologie überwinden

?Mit der Chowberry-App k?nnen theoretisch Millionen von Menschen preisgünstige Lebensmittel kaufen. Und den Einzelh?ndlern bietet die App die M?glichkeit, nachhaltiger auf den Ablauf der Haltbarkeitsdauer zu reagieren. Das ist eine Win-win-L?sung“, sagt Oscar Ekponimo. Allerdings sind dem IT-Experten auch die Grenzen seiner Technologie bewusst. ?Besonders schwierig ist es, die ?rmsten der Armen zu erreichen. Etwa 80 Prozent der Bev?lkerung, nicht jedoch die ?rmsten, haben Mobiltelefone.“

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Doch auch diese Grenzen lassen sich überwinden. Deshalb, so Ekponimo weiter, ?brauchen wir Partner wie kommunale Einrichtungen und Hilfswerke – zum Beispiel Save the Children –, die bereits Zugang zu dieser Schicht haben“. Ekponimo wei?, dass Chowberry ein nachhaltiges soziales Unternehmen werden muss, um seine Ziele zu erreichen. Mit Mitteln aus dem Rolex Preis sollen Ingenieure für die Aktualisierung der Software eingestellt werden, soll die App stabiler gemacht und die Organisation durch Vertr?ge mit weiteren Einzelh?ndlern ausgebaut werden.

Darum kooperiert Oscar Ekponimo mit kommunalen Einrichtungen und Hilfswerken, die Nigerias ?rmste Bürger versorgen. Für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) entsteht mit Chowberry eine direkte Verbindung zu den Lebensmittelh?ndlern. So sind die NGOs stets darüber informiert, wo bestimmte Produkte gerade besonders günstig zu beschaffen sind. Mit ihren meist knappen finanziellen Budgets k?nnen sie dank der App deutlich mehr Lebensmittel einkaufen und im Rahmen ihrer regul?ren Hilfsprogramme an bedürftige Menschen verteilen.

Oscar Ekponimo besucht eine Grundschule im Westen von Abuja – auch hier haben die Kinder nicht genug zu essen
Oscar Ekponimo besucht eine Grundschule im Westen von Abuja – auch hier haben die Kinder nicht genug zu essen
Quelle: ? Rolex/Tomas Bertelsen

Einkommensschwachen Mitbürgern helfen

In einem mehrmonatigen Pilotprojekt wurde die Chowberry-App erfolgreich in den nigerianischen Metropolen Lagos und Abuja getestet. Erste Partnerschaftsvertr?ge mit H?ndlern und NGOs wurden geschlossen. Oscar Ekponimos Ziel: 50.000–100.000 einkommensschwache Haushalte zu versorgen und damit auf l?ngere Sicht zahlreiche Nigerianer vom Hunger zu befreien.

Die gr??ere Perspektive: Chowberry als Werkzeug nutzen, um den Hunger auch in anderen L?ndern Afrikas und in der Welt zu lindern. ?Wenn ich daran denke, dass Millionen hungern und von mir Hilfe und eine Linderung ihres Leidens erwarten, dann muss ich ganz einfach Erfolg haben mit Chowberry“, sagt Oscar Ekponimo. ?Niemals werde ich das Handtuch werfen.“

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