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Panorama Talkshow ?Anne Will“

?Ich traue Donald Trump alles zu“

| Lesedauer: 5 Minuten
Die kritischen Tage k?nnten Trump erst noch bevorstehen

über den Gesundheitszustand von Donald Trump gibt es viele Spekulationen. Sein Leibarzt best?tigte jetzt, dass der US-Pr?sident hohes Fieber hatte und Sauerstoff bekam. Wann er sich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist unklar.

Quelle: WELT

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Bei Anne Will wird über Donald Trumps Covid-Erkrankung und die US-Wahl diskutiert. Für Cem ?zdemir ist die Demokratie in den USA durch Trump dysfunktional geworden. Eine Professorin h?lt es für m?glich, dass Trump bei einer Niederlage die Wahl nicht anerkennt.

Nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley k?nnte der an Covid-19 erkrankte US-Pr?sident Donald Trump wom?glich bereits Anfang der Woche aus dem Krankenhaus entlassen werden. Seit Bekanntmachung von Trumps Erkrankung am vergangenen Freitag sind unterschiedliche Statements zur Schwere des Verlaufs bekannt geworden. Anne Will fragte ihre Runde, welche Konsequenzen Trumps Infizierung für die USA und den Wahlkampf hat.

Mit ihr diskutierten die Geschichtsprofessorin Britta Waldschmidt-Nelson (Universit?t Augsburg), der Vizepr?sident der ?Republicans Overseas“ Roger Johnson, die Redaktionsleiterin beim ?German Marshall Fund“ Rachel Tausendfreund sowie die Politiker Peter Altmaier (CDU) und Cem ?zdemir (Grüne).

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Aus Washington D.C. zugeschaltet wurde Stefan Niemann, Leiter des ARD-Studios vor Ort. Er berichtete über die aktuellen Erkenntnisse zu Trumps Gesundheit.

Zum Zustand von Donald Trump

Trump habe kein Fieber mehr und bekomme das Medikament Remdesivir – das bei schweren F?llen angewendet werde – sowie einen Antik?rper-Cocktail, erkl?rte Niemann. Trump wolle mit aller Macht vermeiden, schwach zu wirken. Mit 74 Jahren und einem Gewicht von 110 Kilo geh?re er zur Corona-Risikogruppe.

Die Gefahr sei derzeit, dass W?hler ihm ihre Stimme nicht geben würden, weil sie befürchten, er k?nne sein Amt nicht mehr ausführen. Treue Trump-Anh?nger glauben allerdings, er werde schnell wieder gesund und k?nne eine zweite Amtszeit angehen. Hingegen denken andere, sein Krisenmanagement falle Trump jetzt auf die Fü?e.

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Professorin Britta Waldschmidt-Nelson erkl?rte, durch eine Krankheit kurz vor der Wahl k?nne es ?Sympathy Votes“ geben. ?Ich glaube aber, dass das bei Trump nicht so sein wird. Er hat sich immer als Starker gezeigt und Corona sei etwas, das die Schwachen hinwegraffe“, sagte sie. ?Er ist sicherlich nicht jemand, der erwarten kann, Sympathie für seine Krankheit zu bekommen.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, die Bundesregierung h?tte keine weitergehenden Informationen zum Zustand des US-Pr?sidenten. Es sei aber Vorsicht geboten mit schnellen Statements. ?Der Zustand eines Infizierten kann sich in wenigen Stunden ?ndern“, sagte Altmaier. ?Deshalb kann das R?tselraten weitergehen.“

über den Umgang mit Corona

Für Altmaier best?tigte sich, wie wichtig das Maskentragen und Abstandhalten sei und dass die Gefahr von Corona nicht heruntergespielt werden dürfe. Das sei in den USA passiert. ?Ich glaube, dass das Umgehen mit der Pandemie kritisch beleuchtet werden muss.“

Die Ansteckungszahlen seien sechsmal, die Todeszahlen fünfmal so hoch wie in Deutschland. Trump und seine Ehefrau Melania hatten sich wahrscheinlich w?hrend einer Veranstaltung im Rosengarten des Wei?en Hauses angesteckt, samt sechs weiterer Personen. Die Teilnehmer der Veranstaltung trugen keine Masken, eine Abstandregel gab es nicht.

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Der Republikaner Roger Johnson verteidigte Donald Trump. Er habe sehr früh zu Beginn der Pandemie Ma?nahmen ergriffen. Tats?chlich verh?ngte er mit der ?Presidential Proclamation Covid-19“ am 13. M?rz ein Einreiseverbot für Menschen aus den Schengenstaaten und anderen L?ndern. ?Wenn er das nicht gemacht h?tte, w?ren es mehr Tote geworden“, sagte Johnson. Aktuell sind 200.000 Menschen in den USA gestorben, 7,3 der 330 Millionen Einwohner sind infiziert.

Trumps Politik in seiner Amtszeit

Sehr wohl sei Donald Trump für die hohe Zahl der Coronatoten in den USA verantwortlich, findet Cem ?zdemir. W?hrend in Deutschland die Regierung mit der Opposition angesichts der Pandemie zusammengearbeitet h?tte, würden sich die Republikaner und Demokraten bekriegen.

Trump habe die USA zu einer dysfunktionalen Demokratie gemacht. ?Das ist nicht mehr die republikanische Partei, die die Sklaverei abgeschafft hat. Das ist ein Trump-Wahlverein, der damit mitschuldig ist für die Verbrechen von Trump“, sagte der Grünen-Politiker.

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Das konterte der Republikaner Johnson mit Loyalit?t für Trump. ?Er tut das Beste für das Land und erfüllt seine Versprechen.“ Seit seiner Wahl 2016 hat Pr?sident Trump tats?chlich sein Wahlversprechen ?America first“ weitgehend durchgesetzt. Er kündigte Abkommen mit L?ndern, bei denen er die USA als Verlierer sah. Dazu schloss er neue Handelsabkommen. Vor Corona boomte zudem die Wirtschaft, dabei stieg allerdings die Staatsverschuldung.

Sein Wahlversprechen, eine Grenzmauer zu Mexiko aufzubauen, setzte er insoweit um, als dass bisher einige Hundert Meter Mauer gebaut wurden und die Zahl der illegalen Grenzübertritte innerhalb von vier Jahren um 80 Prozent gesunken ist.

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Trump holte US-Soldaten aus Afghanistan nach 18 Jahren Kampfeinsatz zurück und vermittelte diplomatische Beziehungen zwischen den Vereinten Arabischen Emiraten und Israel – nach Jahrzehnten der Isolation Israels in der arabischen Welt.

Für Wirtschaftsminister Altmaier ist Trumps Politik für die Weltgemeinschaft aber nicht die richtige. ?Probleme der Weltwirtschaft, des Terrorismus und des Klimaschutzes k?nnen nur gemeinsam angegangen werden“, sagte er.

Wie es nach der Wahl weitergehen k?nnte

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Professorin Waldschmidt-Nelson traut Trump zu, bei einer Niederlage die Wahl nicht anzuerkennen. Laut einer Studie habe er viermal t?glich seine Anh?nger darauf hingewiesen, dass Briefwahl zu Wahlf?lschung führe.

?Es ist zu befürchten, dass Trump die Concession Speech bis zum bitteren Ende nicht machen wird“, sagte sie. Die Concession Speech nach der Wahl ist eine Rede des unterlegenen Pr?sidentschaftskandidaten, in dem er seine Niederlage gegenüber dem siegreichen Kandidaten eingesteht.

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Auch Cem ?zdemir glaubt, dass Trump alles dafür tun werde, die Wahl nicht zu verlieren. ?Wenn er verliert, dann wird es Untersuchungsausschüsse geben zu seinem Verh?ltnis zu Russland, zu seinen nicht gezahlten Steuern, zu den Immobiliendeals und dem, was die Familienmitglieder auf dem Kerbholz haben“, sagte er. Das wolle Trump verhindern. Zudem schrecke er nicht vor dem Einsatz von Mitteln zurück, die die amerikanische Verfassung nicht vorsehen würden. ?zdemir: ?Ich traue dem Mann alles zu.“

Rachel Tausendfreund hat hingegen Vertrauen in die amerikanische Demokratie: ?Noch lange nicht ist die USA eine Autokratie.“ Trump k?nne nicht einfach im Amt bleiben, dafür brauche es zu viel Unterstützung durch zum Beispiel Senat und Kongress, wo die Demokraten ein W?rtchen mitzureden h?tten. Auch Altmaier glaubt fest an die alte Demokratie der USA: ?Kein Pr?sident, egal wie er hei?t und wer er ist, kann dauerhaft gegen das Votum der W?hler Pr?sident bleiben.“

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