1. Home
  2. Wirtschaft
  3. Axel-Springer-Jahresbilanz: B?rsenrückzug für langfristigen Wachstumsplan

Wirtschaft Jahresbilanz und B?rsenrückzug

Z?sur und Aufbruch für Axel Springer

| Lesedauer: 4 Minuten
Symbol des Aufbruchs: Das neue Konzerngeb?ude in der Schützenstra?e in Berlin-Mitte Symbol des Aufbruchs: Das neue Konzerngeb?ude in der Schützenstra?e in Berlin-Mitte
Symbol des Aufbruchs: Das neue Konzerngeb?ude in der Schützenstra?e in Berlin-Mitte
Quelle: picture alliance/dpa
Das Medienunternehmen Axel Springer, zu dem auch WELT geh?rt, zieht sich von der B?rse zurück und plant langfristiges Wachstum. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz gab Konzernchef Mathias D?pfner einen strategischen Ausblick.

Das Medienunternehmen Axel Springer SE, zu dem auch WELT geh?rt, hat am Mittwoch seine letzte Jahresbilanz als b?rsennotiertes Unternehmen vorgelegt. Nach 35 Jahren wird ein sogenanntes Delisting, also ein Rückzug vom Handel an der B?rse, voraussichtlich am 4. Mai dieses Jahres wirksam. Dies teilte der Finanzvorstand Julian Deutz bei einer Telefonkonferenz mit.

Der geplante Abschied von der B?rse ist die Folge einer richtungsweisenden Entscheidung des Medienunternehmens. Als strategischer Partner stieg im vergangenen Jahr der Finanzinvestor KKR bei Axel Springer ein; ihm geh?ren inzwischen 45 Prozent der Konzernanteile.

Die Entscheidung für den Einstieg von KKR fiel, weil sich Springer vom kurzfristig orientierten Kapitalmarkt zurückziehen will, um die Voraussetzungen für langfristiges Wachstum zu schaffen. Das sei mit einem strategisch investierten Partner viel besser m?glich als am volatilen Aktienmarkt.

Springer steht laut seinem Vorstandsvorsitzenden Mathias D?pfner nun an einem Punkt, der für das Unternehmen ?eine Z?sur und einen Aufbruch“ bedeute. Gemeinsam mit KKR wolle Axel Springer ?eine neue Phase beschleunigten Wachstums“ beginnen, in der man auf der Basis langfristiger Strategien investieren werde.

?Operativ ein solides Jahr“

Als Ziel formuliert D?pfner den Anspruch, ?Weltmarktführer im digitalen Journalismus und bei digitalen Rubrikenangeboten“ zu werden. Der Anteil der digitalen Gesch?fte am Umsatz lag im vergangenen Jahr bei mehr als 73 Prozent.

Zum Unternehmen geh?ren Medienmarken wie WELT, ?Bild“, ?Business Insider“ und ?Upday“ sowie digitale Marktpl?tze wie StepStone und Immowelt. Zu konkreten übernahmezielen wollte sich Vorstandschef D?pfner nicht ?u?ern.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 3,1 Milliarden Euro etwa 2,2 Prozent weniger Umsatz als 2018. Auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag 2019 mit 630,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 737,9 Millionen Euro.

Lesen Sie auch

Rückstellungen für Restrukturierungen haben das Ergebnis besonders belastet. Neben Umsatz und Gewinn sank im vergangenen Jahr auch der bereinigte Konzernüberschuss auf 263,7 Millionen Euro (Vorjahr: 335,7 Millionen Euro).

Für Finanzchef Julian Deutz war 2019 dennoch insbesondere mit Blick auf die schwierige Marktumgebung und die konjunkturelle Abkühlung auf einigen Kernm?rkten ?operativ ein solides Jahr“.

D?pfner nutzte die telefonisch durchgeführte Pressekonferenz für einen Rückblick auf die Vergangenheit und den Weg, den Springer vollzogen hat. Im Jahr 2009 habe der Aktienkurs bei 15 Euro gelegen, heute stehe er bei 63 Euro, der Wert des Unternehmens habe sich damit in einem Zeitraum von zehn Jahren vervierfacht.

100 Millionen für digitalen Journalismus

Die Marktkapitalisierung der Axel Springer SE liege derzeit bei 6,8 Milliarden Euro. Diese Entwicklung führt D?pfner vor allem auf die konsequente Digitalisierung des Medienunternehmens zurück, das beispielsweise früher als andere vergleichbare Firmen eine Bezahlstrategie für digitalen Journalismus umgesetzt habe. So haben WELT und ?Bild“ heute zusammen rund 570.000 digitale Abonnenten.

Auch beim renditestarken digitalen Rubrikengesch?ft habe man gar nicht erst versucht, das angestammte Gesch?ft mit gedruckten Rubrikenanzeigen zu schützen, sondern habe ?ohne Angst vor Kannibalisierung“ in Firmen wie StepStone (Jobs) oder Seloger (Immobilien) investiert und ihre Marktpositionen ausgebaut. Gleichzeitig trennte sich Springer frühzeitig von Aktivit?ten, wie etwa 2013 von Regionalzeitungen sowie Frauen- und Programmzeitschriften.

Von nun an gehe es darum, ?massiv in Wachstum zu investieren“, kündigte D?pfner an. Dies gehe mit der Bereitschaft einher, auf kurzfristige Rendite zu verzichten. Einem konzernweiten Sparprogramm, das auch WELT betrifft, steht ein Investitionsprogramm in digitalen Journalismus in H?he von 100 Millionen Euro gegenüber.

Hinsichtlich m?glicher Auswirkungen der Verbreitung des Coronavirus auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens gaben D?pfner und Finanzchef Deutz keine Prognosen ab.

Für das laufende Gesch?ftsjahr rechnet man aber unabh?ngig von dem durch das Virus verursachten Risiko sinkender Werbeeinnahmen mit stagnierenden Erl?sen und einem Gewinnrückgang zwischen zehn und 20 Prozent. Der Grund: künftige Investitionen und Restrukturierungen. Mathias D?pfner betonte, Axel Springer bleibe bei aller Ver?nderung Axel Springer, auch in der Ausrichtung auf den gesellschaftspolitischen Auftrag des Unternehmens.

Der spektakul?re Neubau von Axel Springer

Drei Jahre Bauzeit, nun fast fertig: Der Neubau von Axel Springer in Berlin steht. Elf Stockwerke ragen dort in die H?he, wo früher Todesstreifen war.

Quelle: WELT

chm

Themen

KOMMENTARE WERDEN GELADEN
汤姆叔叔-官网