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Wirtschaft Neue Konkurrenz

Ehemaliger VW-Chef wechselt zu Elektroauto-Startup Pi?ch

| Lesedauer: 4 Minuten
Wirtschaftsredakteur
Zurück aus der Rente: Der Ex-VW-Chef Matthias Müller will jetzt helfen, ein Elektro-Auto auf den Markt zu bringen Zurück aus der Rente: Der Ex-VW-Chef Matthias Müller will jetzt helfen, ein Elektro-Auto auf den Markt zu bringen
Zurück aus der Rente: Der Ex-VW-Chef Matthias Müller will jetzt helfen, ein Elektro-Auto auf den Markt zu bringen
Quelle: picture alliance / Boris Roessle
Ein Spross der VW-Eigner-Familie Pi?ch entwickelt ein eigenes Luxus-Elektro-Auto, das über eine revolution?re Batterietechnik verfügen soll. Nun unterstützen ihn Matthias Müller und andere bekannte Manager.

Es ist ein überraschendes Comeback: Der frühere Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns, Matthias Müller, kehrt zurück in die Automobilbranche. Anderthalb Jahre nach seinem Abschied von VW und Porsche wird er Aufsichtsratschef eines kleinen Start-ups. Müller steigt nach Informationen von WELT AM SONNTAG bei Pi?ch Automotive ein, einem Unternehmen mit Sitz in Zürich, das bis Ende 2022 ein Luxus-Elektroauto auf den Markt bringen will.

Der Gründer und Namensgeber ist Anton Pi?ch, genannt Toni, eines der 13 Kinder des legend?ren Volkswagen-Chefs und Porsche-Enkels Ferdinand Pi?ch, der im vergangenen Jahr gestorben ist. Müller hatte Jahrzehnte unter Ferdinand Pi?ch gearbeitet, bei Audi und im VW-Konzern. Nun lobt er den Sohn und dessen Mitgründer Rea Stark: ?Die Mission der beiden Gründer hat mich spontan begeistert, weil sie konsequenter und vision?rer ist als alle neuen Ans?tze, die mir w?hrend meiner T?tigkeit in der Automobilbranche begegnet sind“, sagt Müller. ?Dieser Ansatz verdient jeden Einsatz.“

Piech will seinen Verwandten Konkurrenz machen

Ein erstes Modell des geplanten Sportwagens ?Mark Zero“ hatte Pi?ch im M?rz 2019 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt. Dort hatte die Pr?sentation für gro?es Aufsehen gesorgt, schlie?lich stammt der Gründer aus einer Familie legend?rer Autokonstrukteure. Pi?ch wolle dem Sportwagenbauer Porsche Konkurrenz machen, hie? es – und damit den eigenen Verwandten.

Nun hat er au?er Müller weitere erfahrene Automanager für sein Start-up gewonnen. Ab November führt Andreas Henke das Unternehmen als Co-Vorstandschef neben dem bisherigen Technikchef Klaus Schmidt, der bei BMW die M-Serie verantwortete und sp?ter das Start-up Qoros in China mit aufbaute. Henke war 18 Jahre lang bei Porsche und führte seit 2017 die High-End-Audiofirma Burmester, die unter anderem Soundsysteme für Porsche, Bugatti und Mercedes liefert.

Als Vertriebschef st??t au?erdem der frühere Tesla-Europachef Jochen Rudat zu Pi?ch. Auch auf der Seite der Geldgeber hat der Gründer einen prominenten Namen vorzuweisen: Peter Thiel, der einst gemeinsam mit Elon Musk PayPal gegründet hat, hat sich an der ersten Pi?ch-Finanzierungsrunde beteiligt. Derzeit l?uft Runde B, die das Investitionsvolumen um 150 Millionen Euro erweitern soll.

Neben der beeindruckenden Führungsriege wollen Pi?ch und Stark mit einer ?revolution?ren Batterie- und Ladetechnologie“ auftrumpfen. Sie erlaube es, 80 Prozent Ladekapazit?t für 400 Kilometer Reichweite in nur vier Minuten und 40 Sekunden ohne Kühlung nachzuladen. Bisher dauert das Laden selbst an Teslas Superchargern zehnmal so lange. Auf den Zweisitzer sollen ein SUV und ein Viersitzer folgen – mit einer Reichweite von 500 Kilometern.

?Wir gehen jetzt den Bau erster Prototypen an“, sagt Schmidt im Gespr?ch mit WELT AM SONNTAG. ?Die wichtigsten Partner für die Produktion haben wir schon unter Vertrag.“ Geplant sei ein modularer Aufbau, bei dem die wesentlichen Komponenten des Wagens w?hrend seiner Lebensdauer auf Wunsch umgerüstet werden k?nnen. Das gilt auch für den Antrieb. Sobald eine bessere Alternative zu Elektromotor und Batterie serienreif ist, kann der Wagen umgerüstet werden.

?Die Autos werden ausgelegt sein auf die drei- bis vierfache Laufleistung. Das ist ein echter Nachhaltigkeitsansatz“, sagt Henke. Seine Zielgruppe seien Kunden, die nicht mehr gebrandmarkt werden wollen, wenn sie ein Luxusauto fahren. Deswegen sollen die Autos haltbar, klimaneutral und umweltvertr?glich sein. Pi?chs ?ko-Versprechen umfasst dabei auch die Rohstoffe, die Produktion und das Recycling der Fahrzeuge.

Teslas Vorsprung ist gro?

Zun?chst aber müssen sie fertig entwickelt werden und auf die Stra?e kommen. Ob das klappt und ob Müller, Pi?ch und ihre Ingenieure die gro?en Erwartungen erfüllen k?nnen, bleibt abzuwarten. Neben den gro?en Konzernen entwickeln sich in der Autobranche immer mehr Start-ups – doch keines war bisher so erfolgreich wie der Elektroautohersteller Tesla.

Pi?chs Co-Vorstandschef Klaus Schmidt kann davon ein Lied singen: Er ging vor zehn Jahren zusammen mit anderen erfahrenen Managern aus deutschen Autokonzernen nach Shanghai, um den neuen Hersteller Qoros aufzubauen. Der sollte zu einer gro?en internationalen Marke werden – und konnte dieses Versprechen nie einl?sen.

Dieser Text ist aus der WELT AM SONNTAG. Wir liefern sie Ihnen gerne regelm??ig nach Hause.

Quelle: Welt am Sonntag

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