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?Wir verlassen die B?rse, um zu wachsen“

| Lesedauer: 4 Minuten
Medienredakteur
06.10.2020, Berlin: Mathias D?pfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, spricht bei der Er?ffnung des Axel-Springer-Neubaus zu den G?sten. Foto: Kay Nietfeld/dpa | Verwendung weltweit 06.10.2020, Berlin: Mathias D?pfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, spricht bei der Er?ffnung des Axel-Springer-Neubaus zu den G?sten. Foto: Kay Nietfeld/dpa | Verwendung weltweit
Axel-Springer-Chef Mathias D?pfner: ?Wir haben uns dieses Jahr ganz anders vorgestellt“
Quelle: picture alliance/dpa
Auf der Axel-Springer-Hauptversammlung wurde der Squeeze-out beschlossen: Die verbliebenen Aktion?re erhalten eine Abfindung von 60,24 Euro pro Aktie. Dies ist ein weiterer Schritt im Rückzug von der B?rse. Das Unternehmen gewinnt mehr Flexibilit?t.

Es ist schon ungew?hnlich genug, wenn die Aktion?re eines Unternehmens dessen Hauptversammlung wegen der Corona-Pandemie nur im Livestream verfolgen k?nnen. Im Fall der nun letzten klassischen Aktion?rsversammlung der Axel Springer SE, an der Klein- und Minderheitsaktion?re teilnahmen, kam am Donnerstag eine weitere Besonderheit dazu.

Denn beschlossen wurde ein sogenannter Squeeze-out, was bedeutet, dass allen verbliebenen Kleinaktion?ren eine Abfindung pro Aktie gezahlt wird. Der verbliebene Streubesitz an Aktien im Wert von weniger als einem Prozent des Grundkapitals wird damit aufgel?st.

Der Squeeze-out steht im Zusammenhang mit dem Rückzug der Axel Springer SE, zu der unter anderem die Zeitungen WELT und ?Bild“, das Jobportal StepStone und das Preisvergleichsportal Idealo geh?ren, von der B?rse. Dieser Schritt wurde bereits im Januar beschlossen und im April vollzogen, nachdem im vergangenen Jahr der Einstieg des Finanzinvestors KKR bei dem Medienunternehmen feststand.

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KKR hatte darauf den Aktion?ren ein freiwilliges ?ffentliches übernahmeangebot gemacht. Nach einer Reihe von Transaktionen lag der Anteil des Finanzinvestors bei 47,61 Prozent des Grundkapitals. Gehalten werden diese Anteile über eine Holdinggesellschaft namens Traviata B.V.

Mathias D?pfner: ?Wir verlassen die B?rse, um zu wachsen“

Den Einstieg von KKR und den Rückzug von der B?rse, beides wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat der Axel Springer SE befürwortet, begründete der Vorstandsvorsitzende Mathias D?pfner noch einmal gegenüber den Aktion?ren. KKR wird als finanzstarker Partner mit hohem Verst?ndnis für die Entwicklung der Medienm?rkte angesehen, der Rückzug von der B?rse soll eine Entkoppelung von den kurzfristigen Renditeerwartungen der M?rkte erm?glichen, die für das Wachstum des Medienunternehmens hinderlich sind.

?Wir verlassen die B?rse, um zu wachsen“, brachte D?pfner die Strategie auf den Punkt, dies sei kein Widerspruch. Ziel der Axel Springer SE sei es, das weltweit führende Digitalunternehmen auf Medien- und Rubrikenm?rkten zu werden. ?Wir machen das, weil wir hungrig sind“, sagte D?pfner.

Die Jahre seit dem B?rsengang 1985 rekapitulierte D?pfner als au?erordentlich erfolgreich. Die Rendite habe sich seither deutlich erh?ht, der Wert pro Aktie habe sich seitdem mehr als vervierfacht. Die Marktkapitalisierung der Axel Springer SE liegt derzeit bei rund 6,5 Milliarden Euro.

Als Barabfindung bietet die Traviata B.V. den verbliebenen Aktion?ren 60,24 Euro pro Aktie. Der Umsatz des Medien- und Technologieunternehmens lag 2019 bei 3,1 Milliarden Euro, für 2020 rechnet D?pfner mit einem leicht gesunkenen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro bei einem bereinigten EBITDA von rund 500 Millionen Euro.

Die Corona-Pandemie habe zu einem Rückgang von Werbeerl?sen geführt und beispielsweise das Jobportal StepStone getroffen. ?Wir haben uns dieses Jahr ganz anders vorgestellt“, sagte D?pfner. Angesichts der Umst?nde verlaufe das Gesch?ftsjahr aber so, dass er darauf stolz sein k?nne. Zudem sei Journalismus als ein Kerngesch?ft ?so relevant wie nie“.

Vor wenigen Wochen hat die Gesellschafterin Friede Springer den Vorstandsvorsitzenden Mathias D?pfner zu ihrem Nachfolger bestimmt. Sowohl Frau Springer wie D?pfner halten nun etwa 22 Prozent des Grundkapitals, die Stimmrechte von Frau Springer übt D?pfner aus.

Er sei sich seiner Doppelrolle als Aktion?r und Vorstandsvorsitzender ?sehr bewusst“, sagte D?pfner. Neben Friede Springer, Mathias D?pfner und KKR sind noch die Enkel von Unternehmensgründer und Verleger Axel Springer, Ariane Melanie und Axel Sven Springer, Mitgesellschafter. Beide hatten zuvor einen Teil ihrer Aktien verkauft.

D?pfner: ?Zusammenarbeit ist eine gro?artige Chance“

Die nach dem Squeeze-out hergestellte Aktion?rsstruktur garantiere Transaktionssicherheit, die aufwendige Einberufung von Aktion?rsversammlungen und m?gliche Rechtsstreitigkeiten entfielen, sagte Finanzvorstand Julian Deutz. Dies erm?gliche dem Unternehmen, schneller zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Man sei sich aber darüber im Klaren, dass der Schritt bei einem Teil der Aktion?re nicht popul?r sei, sagte Mathias D?pfner, dies zeige die Fülle an Rückfragen.

Für einen Squeeze-out braucht es einen Gesellschafter, der mindestens 95 Prozent des Grundkapitals h?lt. Um diese Hürde zu überspringen, haben Friede Springer, Mathias D?pfner und die Springer-Erben der Traviata B.V. ein Wertpapierdarlehen gegeben, nach dem erfolgten Squeeze-out werden die Darlehen zurückgeführt.

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Zu best?tigen waren durch die Hauptversammlung auch die Berufungen dreier KKR-Manager in den Aufsichtsrat der Axel Springer SE. Der Finanzinvestor stellt für das Gremium nun Johannes P. Huth, Philipp Freise und Franziska Kayser. Ausgeschieden waren bereits Ende vergangenen Jahres Iris Knobloch, Nicola Leibinger-Kammüller und Alexander Karp.

Gemeinsam mit KKR wolle Axel Springer nun das Wachstum der bestehenden Gesch?fte beschleunigen und zus?tzlich in Zuk?ufe investieren. Der gerade er?ffnete Neubau des Unternehmens stehe für die Transformation von Axel Springer zum digitalen Medien- und Technologieunternehmen.

Einem m?glichen Zusammenschluss mit dem Fernsehkonzern ProSiebenSat.1, nach dem ein Aktion?rsvertreter fragte, erteilte D?pfner eine Absage – dazu gebe es keine Pl?ne. Zu den langfristigen Pl?nen von KKR mochte D?pfner ebenfalls keine Stellung nehmen, das sei nicht abzusehen. Die Zusammenarbeit sei eine ?gro?artige Chance“.

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