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So viel verdienen die Deutschen

| Lesedauer: 5 Minuten
Bei der Wahl des richtigen Jobs spielt auch das Gehalt eine Rolle Bei der Wahl des richtigen Jobs spielt auch das Gehalt eine Rolle
Bei der Wahl des richtigen Jobs spielt auch das Gehalt eine Rolle
Quelle: Getty Images/fStop/Jonathan Gelber
Für ein maximales Gehalt kommt es auf die perfekte Kombination von Branche und Job an. Wer viel verdienen will, braucht Personalverantwortung – muss aber nicht unbedingt studieren. Hier stehen Sie im Vergleich.

Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Das zu erwartende Gehalt bleibt auch für junge Menschen ein wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen eine Ausbildung. Aber, was ist überhaupt ein überdurchschnittlich hohes Gehalt, was verdienen eigentlich Führungskr?fte, und muss man für finanzielle Sorglosigkeit immer studieren? WELT fasst wichtige Punkte zusammen.

1. Durchschnittsgehalt in Deutschland

Ein vollzeitbesch?ftigter Arbeitnehmer in Deutschland verdiente im vergangenen Jahr im Schnitt 3994 Euro brutto im Monat, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. 2018 lag der Wert bei 3880 Euro, 2008 bei 3103 Euro. Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld rechnen die Statistiker nicht mit ein.

Allerdings beziehen rund zwei Drittel der Deutschen Monatsgeh?lter, die unter dem Durchschnitt von 3994 Euro brutto liegen. Nur etwa ein Drittel erh?lt mehr als diesen Wert. Das liegt daran, dass diese Gruppe so hohe Verdienste hat, dass sie den Durchschnittswert für alle Besch?ftigten ?nach oben“ zieht.

Quelle: Infografik WELT

Das Jobportal Stepstone, das wie WELT zu Axel Springer geh?rt, analysiert speziell Geh?lter von Fach- und Führungskr?ften. Demnach verdient eine Fachkraft in Deutschland im Schnitt 58.800 Euro brutto im Jahr. Basis sind 128.000 Geh?lter, die von Oktober 2018 bis Oktober 2019 erhoben wurden. Zahlungen wie Boni und Provisionen werden hier miteinbezogen.

Mehr Informationen zum Thema Durchschnittsgehalt finden Sie hier:

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2. Gehaltsvergleich: Diese Berufsgruppen verdienen am besten

Der Stepstone-Analyse zufolge sind ?rzte die bestverdienenden Akademiker. Im Schnitt erhalten sie ein Bruttogehalt von 92.300 Euro im Jahr. Auch wenn es zwischen den einzelnen medizinischen Berufen betr?chtliche Unterschiede gibt, gilt doch: Keine andere Gruppe von Absolventen kann ein vergleichbar hohes Einkommen erzielen.

Verm?gensberater, Controller und andere Finanzexperten kommen auf 76.400 Euro im Jahr. Sie stellen damit die am zweitbesten bezahlte Akademikergruppe in der Republik. An dritter Stelle stehen Juristen. Der Abschluss eines Jurastudiums verhilft ihnen zu einem Durchschnittsgehalt von 70.000 Euro.

Mehr Informationen über Geh?lter in Deutschland finden Sie hier:

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3. Ausbildungsberufe: Geringe aber auch hohe Einkommen

Den richtigen Beruf finden? Das ist für junge Leute oft alles andere als einfach. Es geht darum, Vorlieben und Neigungen auszuloten. Aber auch der Verdienst spielt eine gro?e Rolle. Viele glauben, dass sie nur mit einem Studium ein gutes bis sehr gutes Einkommen erzielen k?nnen.

Zwar ist ein Studium im Vergleich durchaus lukrativ: Laut Statistischem Bundesamt kamen Akademiker im Jahr 2014 auf ein Bruttostundengehalt von durchschnittlich über 27 Euro, Besch?ftigte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung nur auf rund 16 Euro. Doch auch in Ausbildungberufen sind mitunter Topgeh?lter drin.

Fluglotsen zum Beispiel geh?ren zu den Spitzenverdienern unter den Nichtakademikern: Die T?tigkeit ist komplex. Bewerber um einen Ausbildungsplatz müssen das Abitur haben, flie?end Englisch sprechen und einen schwierigen Auswahltest meistern. Fluglotsen k?nnen laut Bundesagentur für Arbeit (BA) zwischen rund 6400 und 8900 Euro brutto im Monat verdienen.

Mehr Informationen über lukrative Ausbildungsberufe finden Sie hier:

4. Geh?lter in verschiedenen Branchen

Auch die Branche hat einen Einfluss auf die H?he des Gehalts. Dem Statistischen Bundesamt zufolge verdienten vollzeitbesch?ftigte Arbeitnehmer im Bereich Energieversorgung mit einem Bruttomonatsverdienst von 5137 Euro ohne Sonderzahlungen am besten. Am wenigsten war im Gastgewerbe mit 2451 Euro drin.

Quelle: Infografik WELT

Die Stepstone-Tochter Compensation Partner verglich anhand von 132.218 Gehaltsdaten speziell branchenübergreifend vorkommende Berufsgruppen, also etwa Personaler oder Netzwerkadministratoren.

Das Ergebnis: In der Biotechnologie zahlen Arbeitgeber in diesen Berufen um bis zu 39 Prozent h?here L?hne als der Durchschnitt der Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Ebenfalls gut verdienen Arbeitnehmer in der Halbleiterbranche (30 Prozent über dem Schnitt).

Am schlechtesten schneidet der Bereich Callcenter ab. Arbeitgeber zahlen hier bis zu 31 Prozent niedrigere L?hne als der Durchschnitt der Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Im Vergleich ebenfalls wenig erhalten Arbeitnehmer bei Zeitarbeitsfirmen (20 Prozent unter dem Schnitt).

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Mehr Informationen über die Geh?lter in verschiedenen Branchen finden Sie hier:

5. Durchschnittsgeh?lter von Führungskr?ften

Führungskraft zu sein bedeutet noch lange nicht, besonders viel zu verdienen. Denn wer beispielsweise in der Hotellerie oder der Gastronomie arbeitet, der darf an einen Karrieresprung keine allzu gro?en finanziellen Erwartungen knüpfen. Im Schnitt verdienen die Führungskr?fte in dieser Branche 56.600 Euro brutto, wie Stepstone-Zahlen zeigen.

Zu den obersten zehn Prozent beim Bruttogehalt geh?rt man laut Statistischem Bundesamt erst ab rund 66.000 Euro im Jahr. Manager aus den klassischen deutschen Mittelstandsbranchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Metallindustrie oder der Elektrotechnik kommen bereits deutlich über 90.000 Euro pro Jahr. Und in den Bereichen Medizintechnik, Pharma, Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung und Recht sind es sogar über 100.000 Euro.

Mehr Informationen über die Geh?lter von Führungskr?ften finden Sie hier:

6. Gender Pay Gap

Die Verdienstunterschiede zwischen M?nnern und Frauen in Deutschland werden nur schleichend geringer. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 17,72 Euro noch um 20 Prozent niedriger als der von M?nnern mit 22,61 Euro. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Vor einem Jahr hatte der Unterschied 21 Prozent betragen, und 2014 waren es 22 Prozent. Europaweit liegt Deutschland damit vor Estland auf dem vorletzten Platz.

Quelle: Infografik WELT

Die Lohnlücke fiel im Osten mit sieben Prozent erneut deutlich geringer aus als im Westen mit 21 Prozent. Hier wirkt sich immer noch aus, dass Frauen in der früheren DDR besseren Zugang auch zu besser bezahlten technischen Berufen hatten und h?ufiger auf vollen Stellen arbeiteten.

Drei Viertel der Gehaltslücke – die auch als Gender Pay Gap bezeichnet wird – lassen sich dem Statistischen Bundesamt zufolge auf strukturelle Gründe zurückführen. So werden in frauentypischen Berufen historisch gewachsen durchweg geringere Geh?lter gezahlt, Frauen arbeiten h?ufiger in Teilzeit und seltener in qualifizierten Führungspositionen.

Mehr Informationen über die ungleiche Bezahlung von M?nnern und Frauen finden Sie hier:

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tan/nidi/dpa

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