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So sch?dlich sind Laubbl?ser für Tier und Mensch

| Lesedauer: 4 Minuten
Laubsauger erleichtern zwar die Arbeit von Gartenbesitzern, dafür sind sie aber auch sehr laut und gef?hrlich für kleine Tiere Laubsauger erleichtern zwar die Arbeit von Gartenbesitzern, dafür sind sie aber auch sehr laut und gef?hrlich für kleine Tiere
Laubsauger erleichtern zwar die Arbeit von Gartenbesitzern, dafür sind sie aber auch sehr laut und gef?hrlich für kleine Tiere
Quelle: dpa-tmn
Mit Laubbl?sern und Laubsaugern lassen sich G?rten im Herbst einfach von Bl?ttern befreien. Doch die Ger?te haben viele Nachteile. Und die betreffen nicht nur Tier und Natur, sondern auch den Nutzer.

Bunte Bl?tter, raschelndes Laub: Der Herbst bietet in G?rten mit B?umen und Str?uchern ein sinnliches Erlebnis – und ihren Besitzern oft viel Arbeit. Denn nicht jeder mag es, wenn Beete, Wege und Rasen unter einer Laubdecke verschwinden.

Laubbl?ser und -sauger k?nnen dann helfen, Fl?chen von Herbstlaub zu befreien. ?Wer mit einem Laubbl?ser arbeitet, muss sich nicht bücken und kann schnell viel Laub oder andere Reste im Garten und auf dem Hof bewegen“, sagt Marja Rottleb vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

?Sind die Bl?tter trocken oder nur leicht feucht, ist die Arbeit schneller erledigt als mit Besen und Rechen“, sagt Philip Heldt, Referent für Ressourcenschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Abgesehen davon bietet die technische L?sung aus Sicht beider Experten jedoch keine weiteren Vorteile. Im Gegenteil: Die Liste an Nachteilen, die sie aufz?hlen, ist lang – und sie betreffen Mensch, Tier und Gartenleben gleicherma?en.

?Der Nutzen von Laubsaugern und -bl?sern ist im Vergleich zum Schaden nicht gegeben. Wie sch?dlich die Ger?te sind, ist leider vielen nicht bewusst“, sagt Rottleb.

Laubbl?ser: Arbeitserleichterung zulasten der Natur

Ger?te mit Benzinmotoren gelten als besonders leistungsstark, aber auch als gesundheitssch?digend. ?Laubsauger haben keinen Katalysator. Man atmet neben dem aufgewirbelten Feinstaub also auch die Abgase aus dem Motor direkt ein, wenn man das Ger?t im Betrieb auf Brusth?he h?lt“, sagt Heldt.

Der L?rm ist ebenfalls nicht zu untersch?tzen: ?Mit einem Pegel zwischen 80 und 110 Dezibel ist der Motor so laut wie ein Presslufthammer oder eine Kettens?ge.“

Der Verbraucherschützer empfiehlt daher, beim Einsatz Schutzbrille, Mund- und Ohrenschutz zu tragen, auch wenn sie für Privatpersonen nicht vorgeschrieben seien. Au?erdem dürfen die Ger?te nur zu bestimmten, von den Kommunen vorgegebenen Zeiten eingesetzt werden.

Laubhaufen sind nicht nur Abfall – heruntergefallenes Laub bietet Igeln und anderen kleinen S?ugetieren sowie Insekten, Reptilien und Amphibien Unterschlupf
Laubhaufen sind nicht nur Abfall – heruntergefallenes Laub bietet Igeln und anderen kleinen S?ugetieren sowie Insekten, Reptilien und Amphibien Unterschlupf
Quelle: dpa-tmn

Der L?rm kann aber nicht nur menschliche Anwohner und Gartennachbarn st?ren, sondern stresst auch Tiere – insbesondere V?gel. ?Besonders in der Brutperiode im Frühjahr sowie im Herbst – der Zeit, in der Tiere eigentlich Energie sparen müssen für den Winter – kann der L?rm sehr sch?dlich sein“, erkl?rt Naturschützerin Rottleb.

M?gliche Alternativen sind Laubbl?ser mit Akku oder Elektroantrieb. ?Modelle mit Akku sind leiser, aber leistungsschw?cher und sehr teuer. Elektrische Laubbl?ser sind günstiger, beim Einsatz ist man jedoch an das Kabel gebunden“, sagt Heldt.

Rechnet sich der Kauf eines Laubbl?sers überhaupt?

Ein Kauf sollte aus Sicht des Verbraucherschützers aber gut überlegt sein. Egal ob Motor, Akku oder Elektro: Die Zeitersparnis rechtfertige bei einem durchschnittlich gro?en Garten in der Regel nur selten eine Anschaffung. ?Jeder kann für sich ausrechnen, wie lange man fegen müsste, um den Preis wieder drin zu haben“, so Heldt.

Ein weiterer Punkt ist die Haltbarkeit der Ger?te, die die meiste Zeit des Jahres im Schuppen oder Keller stehen. Heldt r?t daher, das Laubfegen nicht als mühsame Arbeit zu sehen: ?Als kleine Sporteinheit gesehen, spart man Geld und tut sich selbst etwas Gutes.“

Herabfallende Bl?tter und Laub bedecken vor allem im Herbst Beete, Wege und Rasen – das mag nicht jeder. Es muss weg
Herabfallende Bl?tter und Laub bedecken vor allem im Herbst Beete, Wege und Rasen – das mag nicht jeder. Es muss weg
Quelle: dpa-tmn

Ob sich die Anschaffung eines Laubbl?sers oder -saugers lohnt, sollte für Gartenfreunde aber nicht nur eine Frage des Geldes sein. ?Falllaub ist ein nützliches, kostenfreies Geschenk der Natur. Das Laub sollte im Haus- und Kleingarten lieber sinnvoll genutzt werden, als es ungenutzt zu beseitigen“, sagt Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde.

Laubbl?ser sind eine Lebensgefahr für kleine Tiere

So bietet heruntergefallenes Laub zum Beispiel Igeln und anderen kleinen S?ugetieren sowie Insekten, Reptilien und Amphibien einen Unterschlupf für Herbst und Winter. ?Ein Laubhaufen sollte in keinem Garten fehlen“, betont die Gartenexpertin.

Diesen sollte man jedoch von Hand mit Rechen, Besen, Harke und Schaufel zusammentragen. Denn der Luftstrom von Laubbl?sern kann bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen und für viele kleine, auf dem Boden lebende Lebewesen wie Insekten, Spinnen, Schmetterlingslarven, Asseln und Tausendfü?er t?dlich sein, warnt von Rekowski.

21.10.2019, Nordrhein-Westfalen, Witten: Ein Mann arbeitet mit einem Laubbl?ser auf dem Naherholungsgebiet am sogenannten Hohenstein Freiluft-Tischtennisplatten. Foto: Bernd Thissen/dpa | Verwendung weltweit
Laubbl?ser im Einsatz: Ein Mann befreit Bodenplatten in Witten (NRW) von Herbstlaub
Quelle: picture alliance/dpa

Einen Laubsaugereinsatz überlebten Kleintiere und Insekten in jedem Fall nicht, betont Rottleb. Anders als Laubbl?ser, die die Bl?tter vor sich her pusten, saugen diese Ger?te Pflanzenreste, aber auch Lebewesen an und h?ckseln sie mit scharfen Messern. ?Wenn nicht durch die Verletzungen, sterben die Tiere dann im Beutel durch Verhungern.“

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Von einer schützenden Laubdecke profitieren dagegen auch Boden und Pflanzen. ?Sie dient vielen Bodenlebewesen als Nahrungsgrundlage und Schutz. Als Mulchschicht schützt sie zudem den Boden vor Sonne und Frost sowie vor Erosion durch Wind und Wasser“, wei? von Rekowski. Nur Pflanzenreste wie Walnussbl?tter, die viele Gerbstoffe enthalten oder schwer abbaubar seien, empfiehlt sie von den Beeten zu nehmen.

Pflanzen in Gef??en schützt Herbstlaub ebenfalls: ?Die Bl?tter kann man zum Isolieren von Kübeln und T?pfen benutzen“, erkl?rt Rottleb.

dpa

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