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Das sind die Fallen beim Technik-Kauf im Ausland

| Lesedauer: 4 Minuten
ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 31. Dezember 2020: Endlich auspacken: Hat sich das lange Warten gelohnt? Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++ ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 31. Dezember 2020: Endlich auspacken: Hat sich das lange Warten gelohnt? Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Wer sich für ein Ger?t interessiert, das es hier in der Form nicht gibt, findet zahllose Online-H?ndler, die aus dem Ausland liefern – nicht immer problemlos
Quelle: dpa-tmn
Smartphone, Tablet, Kopfh?rer: Im Ausland gibt es oft technische Ger?te, die in Deutschland nicht erh?ltlich sind. Viele Online-H?ndler liefern ihre Waren auch weltweit. Doch der Kauf kann einige Probleme und Zusatzkosten zur Folge haben.

Weltweit dasselbe Sortiment bieten die allerwenigsten Hersteller an. ?Vor allem auf dem asiatischen Markt tummeln sich viele Produkte namhafter Marken, die es in Deutschland offiziell nicht gibt“, sagt Rainer Schuldt von der ?Computer Bild“. Wer sich etwa für einen bestimmten Verst?rker oder ein besonderes Smartphone interessiert, werde trotzdem fündig, da Import-H?ndler oder gro?e Online-Marktpl?tze weltweit versenden.

Ein Gro?teil der importierten Elektroger?te komme aus dem asiatischen Raum, erkl?rt Ralf Diekmann vom TüV Rheinland. Aber auch aus der Türkei, Gro?britannien oder den USA.

Vor dem Kauf sollten sich Verbraucher bewusst machen, wo der H?ndler sitzt, meint Christian W?lbert vom Fachmagazin ?c't“. Das sei etwa auf den Marktplatz-Seiten nicht auf den ersten Blick zu erkennen: ?Ich befürchte, dass viele gar nicht wissen, dass sie von ausl?ndischen H?ndlern kaufen.“

In Gesch?ften k?nnen Kunden das Ger?t aus der Verpackung nehmen lassen, die Verarbeitung prüfen, daran riechen, scharfe Ecken und Kanten checken oder in die Anleitung schauen, wie Diekmann darlegt. Diese M?glichkeit gebe es bei einem Onlinekauf zun?chst nicht.

Unbekannte H?ndler im Ausland checken

Er empfiehlt deshalb, zu prüfen, ob es sich beim Verk?ufer um eine sichere Quelle handelt, etwa einen Markenh?ndler, ein bekanntes Handelsunternehmen oder einen gro?en Discounter. Diese Unternehmen verfügten über eigene Qualit?tssicherungen und h?tten beim Auftreten gro?er Produktsicherheitsprobleme schlicht ?einen Ruf zu verlieren“.

?Kaufen Sie das erste Mal bei jemandem, den Sie nicht kennen, schauen Sie sich vorher die Bewertungen zur Lieferzuverl?ssigkeit, zur Qualit?t und Sicherheit der Produkte und zum Verhalten im Reklamationsfall im Netz an und nutzen Sie abgesicherte Zahlungsmethoden“, r?t Diekmann.

Unter Umst?nden landet die Ware erst einmal beim Zoll. ?M?glicherweise kann es selbst bei kleineren Bestellungen hier zu Scherereien kommen“, sagt Tobias Weidemann vom Digitalmagazin ?t3n“. Etwa dann, wenn das Ger?t kein CE-Zeichen hat. Damit erkl?rt der Hersteller, dass alle EU-Anforderungen an das Produkt erfüllt sind.

Fehlt das CE-Zeichen, wird der Zoll die Bestellung einbehalten. Die Ware darf dann nicht eingeführt werden. Sie wird zurückgeschickt oder vernichtet. Kosten, die dabei entstehen, tr?gt in aller Regel die K?uferin oder der K?ufer.

Umsatzsteuer und Zoll beim Technik-Kauf im Ausland

Je nach Wert und Herkunft des Ger?ts muss die Einfuhr-Umsatzsteuer beim Zoll entrichtet werden. Hier k?nnen Gebühren f?llig werden, von denen Sie vorher nichts wussten, warnt W?lbert. Zudem k?nne es sein, dass ein zu niedriger Zollwert angegeben wurde. ?Das ist dann Steuerhinterziehung, hier sollte man sich nicht zum Komplizen machen lassen.“ In jedem Fall sollte man mit langen Versandzeiten rechnen.

Als N?chstes stellt man dann aber etwa fest, dass sich ein Verst?rker aus Japan nicht verwenden l?sst, merkt Rainer Schuldt an. Bei diesem Beispiel passe zum einen der Stecker nicht, zum anderen laufe das Ger?t nicht im deutschen Stromnetz. Es sei denn, man besorgt sich einen Stecker-Adapter und einen Transformator, der die Spannung umwandelt. Kostenpunkt: etwa 30 bis 50 Euro.

ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 31. Dezember 2020: Kein CE-Zeichen? Dann vernichtet der Zoll das Ger?t oder schickt es zurück. Foto: Christian Charisius/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Kein CE-Zeichen? Dann vernichtet der Zoll das Ger?t oder schickt es zurück
Quelle: dpa-tmn

Teilweise l?sst sich die Sache mit der Spannung aber auch einfach l?sen, erkl?rt Schuldt. Manche Ger?te h?tten auf der Rückseite einen Schaltknopf, mit dem man zwischen 110 Volt (etwa Japan oder US) und 230 Volt (etwa Deutschland und Europa) umschalten k?nne.

Chinesische statt deutsche Smartphone-Menüs

?Wir haben regelm??ig den Fall, dass die Ger?te eigentlich sicher sind, aber, weil beispielsweise Aufschriften und Warnhinweise unvollst?ndig oder falsch übersetzt geliefert werden, wom?glich nicht korrekt eingesetzt werden. So werden aus sicheren Ger?ten schnell unsichere“, berichtet Ralf Diekmann. Etwa wenn man ein nur fürs Trockene geeignetes Ger?t aus Unwissenheit in feuchten R?umen oder drau?en nutzt. Kurzschluss oder Stromschlag k?nnen die Folgen sein.

?Frust kann es auch geben, wenn etwa ein exotischer Fernseher zwar chinesische, aber keine deutschen Menüs anzeigt“, sagt Schuldt. Au?erdem seien diese Ger?te unter Umst?nden nicht fit für das deutsche Kabel- oder Antennenfernsehen. Dann müssen Zusatzger?te her, etwa ein DVB-C- oder DVB-T-Tuner.

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 31. Dezember 2020: Ein britischer Stecker? Ideal ist das nicht. Ein Adapter kann aber helfen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Ein britischer Stecker? Ideal ist das nicht. Ein Adapter kann aber helfen
Quelle: dpa-tmn

Auch beim Kauf eines Smartphones gilt es darauf zu achten, dass das Produkt softwareseitig dafür vorgesehen ist, in Europa verwendet zu werden, r?t W?lbert. Sonst halte man schnell ein Ger?t ohne Google Play Store in den H?nden oder eines ohne Menüs in deutscher oder der gewünschten europ?ischen Sprache. Analog dazu lohne bei Laptops der Check, ob das Ger?t mit deutschem Tastaturlayout kommt.

?rger mit dem Rückversand

Die gr??ten Schwierigkeiten bei Import-Ger?ten k?nnen dann eintreten, wenn es um die Themen Garantie, Gew?hrleistung oder Rückversand geht. ?Viele L?nder haben nicht das Fernabsatzrecht in der Gro?zügigkeit, wie Deutschland es bietet, insbesondere au?erhalb der EU“, sagt Tobias Weidemann vom Digitalmagazin ?t3n“. Deshalb: Vorab informieren, wie hoch Rückversand-Gebühren ausfallen und ob sie erstattet werden.

Hat man beispielsweise ein Ger?t wie einen Rasenm?her-Roboter über eine chinesische Plattform gekauft und bekommt Probleme mit dem Akku, wird dieser beim Rückversand eventuell als Gefahrgut eingestuft.

?Dann müssen Sie ihn dem Hersteller in einem Gefahrgutbeh?lter zurückschicken“, erkl?rt Ralf Diekmann vom TüV Rheinland. Dieser Transport k?nne über den Kosten des Ger?ts liegen. Und es hei?t wieder warten, warten, warten.

dpa

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