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Wissenschaft Neue Theorie

Fliegende Gesteinsbrocken k?nnten Blitz-Entstehung von Planeten erkl?ren

| Lesedauer: 3 Minuten
Der Asteroid 1I/2017 U1 Oumuamua: Brocken wie er k?nnen offenbar die Bildung von Planeten beschleunigen Der Asteroid 1I/2017 U1 Oumuamua: Brocken wie er k?nnen offenbar die Bildung von Planeten beschleunigen
Der Asteroid 1I/2017 U1 Oumuamua: Brocken wie er k?nnen offenbar die Bildung von Planeten beschleunigen
Quelle: pa/dpa/M. Kornmesser
Manchmal dauert die Entstehung von Planeten Millionen von Jahren, manchmal aber geht es schneller. Wie das sein kann, besch?ftigt Wissenschaftler schon lange. Gesteinsbrocken wie der Oumuamua k?nnten die Antwort liefern.

Millionen von Jahren dauert es, bis sich Staub- und Gasteile, Materie, zu Planeten verdichten. Das ist die g?ngigste Theorie, wie die gro?en Himmelsk?rper des Sonnensystems erwachsen sind. Doch es muss – darauf deutet alles hin – auch einen schnelleren Weg geben, auf dem Planeten entstehen. Forscher aus Jülich und Belfast haben einen m?glichen Prozess nun in einem Thesenpapier skizziert. Am Montag hat das Jülich Supercomputing Centre (JSC) darüber informiert.

Die entscheidende Rolle in ihrer Theorie spielen interstellare Objekte wie der im Oktober 2017 entdeckte Oumuamua, ein zun?chst für einen Kometen gehaltenes Objekt aus Metall oder Gestein mit einem Durchmesser von rund 200 Metern. Susanne Pfalzner vom JSC und Michele Bannister von der Queen’s University in Belfast sehen in diesen Objekten eine Art ?Keimzelle“, die einem Planeten ?Starthilfe“ geben k?nnte.

Die Forscherinnen sch?tzen, dass es in der Milchstra?e Quadrillionen (das ist eine Eins mit 24 Nullen) von Oumuamua-?hnlichen Objekten gibt, in einem Würfel mit einer Kantenl?nge von einem Lichtjahr etwa 29 Billionen. Diese Planetoiden bewegen sich frei im Weltraum, nachdem sie aus der Umlaufbahn um ihre Heimatsterne geworfen wurden.

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Quelle: dpa/Hubble

Planetensysteme bilden sich und werfen dann Billionen von winzigen Welten in den interstellaren Raum hinaus. Die Wissenschaftler vergleichen das mit ?Pusteblumen, die ihre Samen streuen“.

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Der entscheidende Punkt: Werden die Objekte nun von der protoplanetaren Scheibe, eine ringf?rmige Fl?che aus Gas und Staub, um einen anderen Stern eingefangen, k?nnen die interstellaren Brocken eine beeindruckende Entwicklung nehmen.

?Mit ihrer Schwerkraft k?nnten die Planetoiden Materie anziehen – Gas, Staub, kleine Gesteinsbrocken – und so schlie?lich zu vollwertigen Planeten anwachsen. Dieses Szenario würde das Problem mit der Geschwindigkeit der Planetenbildung l?sen“, gibt das JSC bekannt.

Theorie erkl?rt schnelles Wachstum einiger Planeten

?Nach dem üblichen sogenannten Akkretions-Modell würde es bis zu Zehntausende Jahre dauern, um aus mikroskopischen Staubpartikeln auch nur auf millimeter- oder zentimetergro?e Materieteilchen zu kommen“, erkl?rt Michele Bannister. ?Die Bildung von erd?hnlichen Planeten braucht dann noch einmal viele Millionen Jahre, die von Gasgiganten wie Jupiter sogar noch l?nger.“

Es gibt jedoch auch Planeten, die nur eine Million Jahre alt sind.

?Wenn sich Planeten nicht langsam aus mikrometergro?en Staub- und Gasteilchen aufbauen müssten, würde das ihren Entstehungsprozess enorm beschleunigen“, sagt Susanne Pfalzner. ?Als die Idee aufkam, war sie so einleuchtend. Ich hoffe, dass viele andere Forscher sie aufgreifen und das Modell testen werden.“ Dieser Mechanismus würde auch auf sich selbst zurückwirken: Systeme mit mehr Planeten werfen mehr Gesteinsbrocken wie Oumuamua aus, die dann mehr Planeten in anderen Systemen erzeugen: ein sich selbst am Laufen haltender Prozess. Kurz gesagt: Planetensysteme helfen beim Aufbau neuer Planetensysteme.

Der Regelfall ist es wohl allerdings nicht, dass ein Oumuamua-?hnlicher Brocken zu einem echten Planeten wird. ?Viele dieser Objekte bewegen sich vermutlich zu schnell, um von protoplanetaren Scheiben eingefangen zu werden“, sagt Pfalzner. ?Und von denen, die gefangen werden, fallen die meisten wahrscheinlich in den Stern hinein.“ Dennoch, so berechneten die Astrophysikerinnen, sollte es um jeden Stern mindestens zehn Millionen dieser interstellaren Objekte geben.

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?Beim Einfangprozess gehen also die meisten verloren. Doch da es so viele dieser Objekte gibt, bleiben am Ende trotzdem noch reichlich von ihnen übrig“, erkl?rt Michele Bannister. ?Tausende davon sind wahrscheinlich mehr als einen Kilometer gro?. Einige wenige k?nnten die Gr??e von Zwergplaneten wie Ceres oder Pluto haben – oder wie unser Mond.“

Astronomen hatten Oumuamua im Oktober 2017 entdeckt - just als er dabei war, unser Sonnensystem wieder zu verlassen. Sie hatten gerade noch Zeit, die Bewegungen des Objekts mit Teleskopen zu vermessen.

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Quelle: WELT/ Jana Schmidt

lep/dpa

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