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Die Deutschen nahmen w?hrend des ersten Lockdowns im Schnitt ein Kilo zu

| Lesedauer: 3 Minuten
Nachrichtenredakteur
Das mittlere K?rpergewicht der Deutschen stieg auf 78,2 kg Das mittlere K?rpergewicht der Deutschen stieg auf 78,2 kg
Das mittlere K?rpergewicht der Deutschen stieg auf 78,2 Kilogramm
Das Robert-Koch-Institut hat die Studie ?Gesundheitliche Lage der Bev?lkerung zu Beginn der Covid-19-Pandemie“ vorgelegt. Sie vergleicht Parameter im Frühling und Sommer 2020 mit denen aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs – und kommt zu interessanten Ergebnissen.

K?rpergewicht und Body-Mass-Index (BMI) der Deutschen haben seit Einführung der Corona-Eind?mmungsma?nahmen im Frühjahr zugenommen. Das ist ein Ergebnis der Studie ?Gesundheitliche Lage der Bev?lkerung zu Beginn der Covid-19-Pandemie“, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch ver?ffentlicht hat. Für sie wurden von April 2019 bis September 2020 insgesamt 23.001 Personen ab 15 Jahren (12.111 weibliche, 10.890 m?nnliche) befragt.

Au?erdem wurden vorübergehend deutlich weniger allgemein- und fach?rztliche Leistungen in Anspruch genommen. Auch die Zahl der Raucher ging zurück – allerdings ist in diesem Fall ein Zusammenhang zur pandemischen Lage unklar. Keine Unterschiede gab es in der Bev?lkerung bei depressiver Symptomatik sowie erhaltener und geleisteter Unterstützung im Haushalt. Insgesamt wurden w?hrend des ersten Lockdowns Ver?nderungen der gesundheitlichen Lage jenseits des Infektionsgeschehens beobachtet, die laut der Studie noch genauer analysiert werden müssen.

Das mittlere K?rpergewicht lag laut Selbstangabe zwischen April und August 2019 bei 77,1 Kilogramm, zwischen April und August 2020 bei 78,2 Kilogramm. Die Zunahme von etwa einem Kilo ist statistisch signifikant. Für den BMI zeigt sich ebenfalls ein Anstieg: Im Zeitraum April bis August 2020 lag er mit 26,4 über dem Wert 25,9 im Jahr zuvor. Inwiefern sich der Anstieg des K?rpergewichts und des BMI in den n?chsten Monaten fortsetzt, sollte weiter beobachtet werden, empfiehlt die Studie.

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Der Anteil von Personen mit einer depressiven Symptomatik ging von April bis Juni laut Selbstangabe von 8,3 (2019) auf 6,6 Prozent (2020) zurück. Der Anteil der Personen, die über ?Müdigkeit oder das Gefühl, keine Energie zu haben“, klagten, ging von 64,0 auf 50,7 Prozent zurück, und der Anteil von Personen, die ?Schwierigkeiten haben, sich auf etwas zu konzentrieren, zum Beispiel beim Zeitunglesen oder Fernsehen“, reduzierte sich 21,9 auf 18,1 Prozent. Anf?ngliche Befürchtungen, dass durch die Pandemie oder die Eind?mmungsma?nahmen psychische St?rungen zunehmen k?nnten, werden durch diese Ergebnisse also zun?chst nicht unterstützt.

Spezifischere Untersuchungen sollten folgen

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Der Anteil von ?aktuell Tabakrauchenden“ ging von 32,6 Prozent zwischen April und September 2019 auf 28,1 Prozent zwischen April und August 2020 zurück. Keine Ver?nderung ist hingegen bei der t?glichen Passivrauchbelastung festzustellen. Der Anteil der davon betroffenen Personen betrug in beiden Zeitr?umen sch?tzungsweise fünf Prozent.

Bei den fach?rztlichen Leistungen begann der Rückgang der Inanspruchnahme im M?rz 2020 (2019: 38,4 Prozent, 2020: 29,7 Prozent), bei den allgemeinmedizinischen einen Monat sp?ter (2019: 30,0, 2020: 17,7 Prozent). Ab Juli 2020 werden ?rztliche Leistungen dann wieder st?rker in Anspruch genommen und bewegen sich etwa auf dem Niveau der Vergleichsmonate im Jahr zuvor.

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Zwar nahm der Anteil an Personen, die Unterstützung bei T?tigkeiten im Haushalt erhalten, zwischen April und Juni im Vergleich zwischen 2019 und 2020 von 56,5 auf 61,8 Prozent geringfügig zu. Und auch der Anteil der Befragten, die nach eigener Einsch?tzung bei mindestens einer T?tigkeit mehr Hilfe ben?tigten, erh?hte sich geringfügig von 26,2 auf 29,1 Prozent. Allerdings sind beide Anstiege nicht signifikant.

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Die Studie schlie?t mit der Forderung, dass untersucht werden sollte, ob in bestimmten Bev?lkerungsgruppen – zum Beispiel bei Menschen mit geringem Einkommen, Arbeitslosen, Alleinerziehenden, ?lteren Menschen oder bei Personen mit chronischen Erkrankungen – spezifische Entwicklungen festzustellen sind, die in der vorliegenden Untersuchung nicht im Fokus standen. Vor allem die Entwicklung der Inanspruchnahme ?rztlicher Leistungen für ?ltere oder chronisch erkrankte Personen sollte genauer analysiert werden.

Hier k?nnen Sie die kompletten Ergebnisse der Studie selbst nachlesen.

Ist das RKI in der Corona-Krise personell überfordert?

Offenbar verweigert der Bund dem Robert-Koch-Institut inmitten der zweiten Corona-Welle eine dringend notwendige Aufstockung des Personals. Es geht konkret um die IT-Abteilung, die bereits vor Corona drastisch unterbesetzt war, berichtet WELT-Redakteur Alexander Nabert.

Quelle: WELT

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