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Wissenschaft Kosmische Font?ne

So stirbt eine Galaxie

| Lesedauer: 3 Minuten
Chefkorrespondent Wissenschaft
This artist’s impression of ID2299 shows the galaxy, the product of a galactic collision, and some of its gas being ejected by a “tidal tail” as a result of the merger. New observations made with ALMA, in which ESO is a partner, have captured the earliest stages of this ejection, before the gas reached the very large scales depicted in this artist’s impression. This artist’s impression of ID2299 shows the galaxy, the product of a galactic collision, and some of its gas being ejected by a “tidal tail” as a result of the merger. New observations made with ALMA, in which ESO is a partner, have captured the earliest stages of this ejection, before the gas reached the very large scales depicted in this artist’s impression.
Die neun Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie ID2299 verliert riesige Mengen an Materie. Gas schie?t über eine Font?ne ins All
Quelle: ESO/M. Kornmesser
Forscher haben erstmals den beginnenden Sterbeprozess einer Galaxie beobachtet. Die Zufallsentdeckung mit einem Teleskop der Europ?ischen Südsternwarte stellt die bisherige Theorie vom Altern der Galaxien infrage.

Auch Galaxien, riesige Ansammlungen von Sternen im Universum, ver?ndern im Laufe der Zeit ihre Dynamik und altern gleichsam. Astronomen bezeichnen eine solche Sterneninsel als ?sterbend“, wenn sie keine neuen Sterne mehr geb?rt. Denn auch die Lebensdauer eines jeden Sterns ist endlich, und wenn in einer Galaxie keine neuen Sterne mehr entstehen, dann ist mithin auch ihr Ende absehbar.

Jetzt berichten Wissenschaftler von der britischen Universit?t Durham gemeinsam mit franz?sischen Forschern vom Saclay-Forschungszentrum, dass es ihnen erstmals gelungen ist, den Beginn des Sterbens einer Galaxie zu beobachten.

Das hei?t konkret, dass sie bei der rund neun Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie ID2299 auf eine gewaltige Gasfont?ne gesto?en sind, die j?hrlich eine Masse von 10.000 Sonnen aus der Galaxie heraus ins All katapultiert. Doch warum soll dies ein Anzeichen für den bevorstehenden Tod der Galaxie sein?

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Eine Galaxie ben?tigt die in ihrem Inneren zwischen den Sternen existierenden Gasvorr?te zum ?Backen“ von neuen Sternen. Sind diese Gasvorr?te aufgebraucht, k?nnen keine weiteren Sterne geboren werden.

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Die meisten Astrophysiker gingen bislang davon aus, dass durch das Entstehen neuer Sterne als auch durch die starke Gravitation von Schwarzen L?chern ?Winde“ innerhalb einer aktiven Galaxie erzeugt werden, die dazu führen k?nnen, dass potenzieller Sternenbrennstoff aus der Galaxie in die Weiten des Alls entweichen kann.

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Dieser ?Sterbeprozess“ konnte aber noch nie beobachtet werden. Bislang kannte man nur Galaxien, die entweder noch im geb?rf?higen Alter sind oder in denen keine neuen Sterne mehr entstehen.

Die jetzt in der Fachzeitschrift ?Nature Astronomy“ beschriebene Zufallsbeobachtung der britischen und franz?sischen Forscher gibt erstmals Einblick in die übergangsphase. Die Rate des Gasverlustes ist so gro?, dass die Galaxie ID2299, so haben es die Forscher errechnet, wohl nur noch wenige zehn Millionen Jahre neue Sterne erzeugen kann. Sie kommt gleichsam in die Wechseljahre.

Der Gasverlust von ID2299 über die galaktische Font?ne ist so gro?, dass die Wissenschaftler von einer anderen Ursache als den theoretisch vorhergesagten ?Winden“ ausgehen – zumindest in diesem konkreten Fall.

?Unsere Studie legt nahe, dass die Ursache dieser Gasfont?ne in der Kollision von zwei Galaxien liegt“ sagt die Forscherin Emanuele Daddi vom Forschungszentrum Saclay, ?dies k?nnte unser Verst?ndnis davon ver?ndern, wie Galaxien sterben.“

Die Beobachtung gelang den Wissenschaftlern mit dem Alma-Teleskop der Europ?ischen Südsternwarte (Eso) in der chilenischen Atacama-Wüste. Die Abkürzung ?Alma“ steht für ?Atacama Large Millimeter Array“. Nun wollen die Forscher die Beobachtung von ID2299 mit Alma bei einer noch h?heren Aufl?sung fortsetzen und so tiefere Einblicke in die Dynamik der Galaxie gewinnen.

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