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Wissenschaft Umweltgipfel ?One Planet“

Mit einem ?Bla bla bla“ kanzelt Greta Thunberg Merkel, Macron und Co ab

| Lesedauer: 4 Minuten
Greta Thunberg Greta Thunberg
Greta Thunberg war von den Worten der Staatschefs nicht überzeugt
Quelle: dpa-infocom GmbH
Staatschefs aus aller Welt verpflichten sich zu besserem Artenschutz, auch um zukünftige Pandemien zu verhindern. Greta Thunberg ist von den Worten der Staatschefs nicht überzeugt – und diskreditiert sie mit einem Tweet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich ausdrücklich dazu verpflichtet, den Lebensraum von Tieren und Pflanzen besser zu schützen. Gemeinsam mit Frankreichs Pr?sident Emmanuel Macron rief Merkel am Montag beim Klimagipfel ?One Planet Summit“ in Paris Partner dazu auf, sich einer globalen Allianz anzuschlie?en. Dabei wollen 50 Staaten 30 Prozent der Land- und Meeresfl?chen bis zum Jahr 2030 schützen. Die Anstrengungen müssten hochgefahren werden, um biologische Vielfalt zu wahren, mahnte Merkel, die bei dem Gipfel per Video zugeschaltet war. Das müsse nicht irgendwann, sondern jetzt geschehen, sonst seien die Konsequenzen unumkehrbar.

Frankreichs Pr?sident Emmanuel Macron r?umte das ?Scheitern“ der bisherigen Bemühungen ein. Nicht ein einziges der 2010 formulierten Biodiversit?tsziele sei erreicht worden, betonte Macron. EU-Kommissionspr?sidentin Ursula von der Leyen warnte vor einer ??ra der Pandemien“, wenn sich die Entwicklung fortsetze.

Deutschland verpflichtet sich, bis 2030 jeweils 30 Prozent der Land- und Meeresfl?chen unter Schutz zu stellen. Die EU hatte vor einigen Monaten das 30-Prozent-Ziel schon für die Gemeinschaft der 27 Staaten festgelegt. Macron kündigte an, Frankreich wolle das gesetzte Ziel bereits im kommenden Jahr einhalten. Mit der gemeinsamen Verpflichtung habe man nun ein überprüfbares Ziel, sagte der 43-J?hrige.

Die Weltgemeinschaft hatte sich ursprünglich vorgenommen, den Verlust der Arten und Lebensr?ume bis 2020 zu stoppen. UN-Generalsekret?r António Guterres betonte als Mitgastgeber, die Welt k?nne nach der Coronavirus-Pandemie ?nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen“.

?Bla bla Natur, bla bla wichtig“

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Von der Leyen erinnerte daran, dass Wissenschaftler von einem Zusammenhang zwischen Pandemien und bedrohter Biodiversit?t ausgehen. ?Wir haben schon oft über die Zusammenh?nge zwischen dem Verlust der biologischen Vielfalt und Covid gesprochen. Wenn wir nicht dringend handeln, um die Natur zu schützen, k?nnten wir bereits am Beginn einer neuen ?ra der Pandemien stehen“, warnte sie. ?Aber noch k?nnen wir gegensteuern.“ Durch die Zerst?rung von ?kosystemen und den Eingriff des Menschen in die Natur kommen bislang voneinander getrennt lebende Arten in Kontakt. Die Gefahr der übertragung von Krankheiten von Tieren auf den Menschen w?chst.

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Der britische Premier Boris Johnson betonte, der Mensch zerst?re die Artenvielfalt in einem Besorgnis erregenden Tempo, um sich die Erde nutzbar zu machen. ?70 Prozent der V?gel auf der Erde sind heute Hühner“, sagte Johnson. Nur noch rund vier Prozent der S?ugetiere geh?rten zu wild lebenden Arten wie Affen oder Wale. Das sei ?eine Katastrophe“.

Kritik an den Bekundungen kam von den Grünen: Der Europaabgeordnete Sven Giegold schrieb auf Twitter, die ?Lücke zwischen Worten und Taten“ k?nne beim Artenschutz kaum gr??er sein. So habe Merkel in ihrem Vortrag zwar erneut den Schutz der Biodiversit?t betont, ?bitter“ sei aber, dass die unter deutschem EU-Ratsvorsitz ausgehandelte Agrarreform genau diese Bemühungen untergrabe.

Die führende Klimaaktivistin Greta Thunberg hielt die Veranstaltung nur für leeres Gerede. ?Live vom One Planet Summit in Paris: Bla bla Natur, bla bla wichtig, bla bla ehrgeizig, bla bla grüne Investitionen, bla bla grüne M?glichkeiten, bla bla grünes Wachstum, bla bla bla“, schrieb die Schwedin auf Twitter.

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Der vorwiegend online abgehaltene Artenschutz-Gipfel wurde von Frankreich gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Weltbank ausgerichtet. Er soll die Grundlagen für die UN-Verhandlungen zum Schutz von Biodiversit?t im Oktober in China legen. Dort sollen Vertreter aus fast 200 L?ndern neue UN-Artenschutzziele festlegen. Die bisherigen internationalen Artenschutzbemühungen gelten als gescheitert. Laut einem 2019 ver?ffentlichten Bericht des UN-Beratergremiums für Biodiversit?t sind eine Million Arten auf der Erde vom Aussterben bedroht.

Ein Schwerpunkt des Gipfels lag auf Afrika. Mit knapp zw?lf Milliarden Euro will die internationale Gemeinschaft ein ins Stocken geratenes Umweltprojekt in der Sahelzone unterstützen, kündigte Macron an. Bei dem Projekt der ?Gro?en Grünen Mauer“ sollen über Tausende Kilometer B?ume wie ein grünes Band in der Sahelzone gepflanzt werden – von Dakar bis Dschibuti. Dies soll die Ausbreitung der Sahara und somit der Wüstenbildung stoppen. Damit soll auch gegen Hungersn?te und Dürre in der Region gek?mpft werden. ?Die Herausforderung bis 2030 ist riesig“, sagte Macron.

dpa/AFP/jmi

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