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Weltraum Milchstra?e

Unserer Heimatgalaxie steht der gro?e Crash bevor

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Milchstra?e besteht aus 100 bis 300 Milliarden Sternen Die Milchstra?e besteht aus 100 bis 300 Milliarden Sternen
Die Milchstra?e besteht aus 100 bis 300 Milliarden Sternen
Quelle: pa/imageBROKER/Markus Obl?nder
Laut neuen Berechnungen wird die Gro?e Magellan'sche Wolke in ca. 2,4 Milliarden Jahren mit der Milchstra?e kollidieren.
  • Astronomen halten es für m?glich, dass bei dem Galaxien-Crash auch unser Sonnensystem aus seiner Bahn geschleudert wird.
  • Bislang wurde angenommen, dass die Gro?e Magellan'sche Wolke unsere Heimatgalaxie für Milliarden Jahre umkreisen würde.

Der Milchstra?e steht ein Galaxiencrash bevor: Die Gro?e Magellansche Wolke, eine Begleiterin unserer Heimatgalaxie, wird in etwa 2,4 Milliarden Jahren mit ihr kollidieren. Das sagen Simulationsrechnungen einer Forschergruppe der Universit?t Durham in Gro?britannien voraus. Das Team um Marius Cautun stellt seine Prognose im Fachblatt ?Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS) vor. Die Astronomen halten es für m?glich, dass bei dem Crash der beiden Galaxien auch unser Sonnensystem aus seiner Bahn geschleudert wird.

Die Gro?e Magellansche Wolke ist die hellste Satellitengalaxie der Milchstra?e. Das von der Südhalbkugel aus sichtbare Sternsystem besteht aus rund 15 Milliarden Sonnen. Es umkreist unsere Heimatgalaxie, die bis zu 300 Milliarden Sonnen besitzt, in rund 163.000 Lichtjahren Entfernung. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Zwerggalaxie hat erst vor rund 1,5 Milliarden Jahren unsere kosmische Nachbarschaft erreicht.

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TOPSHOT - A boy watches the Milky Way in the sky over the Tatacoa Desert, in the department of Huila, Colombia, on October 11, 2018. (Photo by Luis ACOSTA / AFP) (Photo credit should read LUIS ACOSTA/AFP/Getty Images)
Astrobiologie

Bislang h?tten Astronomen angenommen, dass die Gro?e Magellansche Wolke entweder die Milchstra?e für viele Milliarden Jahre umkreisen oder dank ihrer hohen Eigengeschwindigkeit der Schwerkraft unserer Heimatgalaxie wieder entkommen und ins All entschwinden würde, erl?uterte die Universit?t in einer Mitteilung. Die Supercomputer-Simulation des Teams um Cautun sage nun eine Kollision mit der Milchstra?e in rund zwei Milliarden Jahren voraus.

?W?hrend zwei Milliarden Jahre verglichen mit einem Menschenleben sehr lang sind, ist es nach kosmischen Ma?st?ben eine kurze Zeit“, unterstrich Cautun. Die Verschmelzung werde unsere Heimatgalaxie einschneidend ver?ndern. Der Crash werde das zentrale Schwarze Loch der Milchstra?e zu immenser Aktivit?t erwecken. Es werde sich gro?e Mengen Materie einverleiben und dadurch auf die achtfache Masse zunehmen und einen sogenannten aktiven Galaxienkern bilden.

Zu hei? für Leben auf der Erde

?Dieses Ph?nomen wird m?chtige Jets energiereicher Strahlung erzeugen, die knapp au?erhalb des Schwarzen Lochs entspringen“, sagt Cautun voraus. ?W?hrend dies unser Sonnensystem nicht beeinflussen wird, besteht ein kleines Risiko, dass wir nicht unversehrt der Kollision der beiden Galaxien entkommen, die uns aus der Milchstra?e ins All schleudern k?nnte.“

Der Crash werde eine betr?chtliche Zahl von Sternen aus der Scheibe der Milchstra?e in den sogenannten Halo schleudern, eine kugelf?rmige Anordnung von Sternen, die unsere Heimatgalaxie umgibt. Dieser Halo wird den Simulationsrechnungen zufolge durch die Kollision auf das Fünffache anwachsen. Auch unser Sonnensystem k?nnte eventuell in den Halo geschleudert werden.

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Allerdings wird sich unsere Sonne in etwa zu dieser Zeit bereits zu einem Roten Riesenstern aufbl?hen, wodurch es ohnehin zu hei? für Leben auf unserem Planeten werden wird. Falls die Menschheit dann noch existiert, muss sie sich eine andere Heimat gesucht haben.

Der Galaxiencrash ist nach Einsch?tzung der Astronomen überf?llig. Die Milchstra?e habe sich, gemessen an vergleichbaren Sterneninseln, im Laufe der kosmischen Geschichte erst sehr wenige andere Galaxien einverleibt, erl?utern sie. So habe die benachbarte Andromeda-Galaxie fast 30 Mal so viel Masse geschluckt wie unsere Heimatgalaxie.

Die Kollision mit der Gro?en Magellanschen Wolke werde die galaktische Statistik wieder ins Lot bringen. In etwa acht Milliarden Jahren wird die Milchstra?e dann nach Astronomenberechnungen mit der noch gr??eren Andromeda-Galaxie verschmelzen, die derzeit mit einer Geschwindigkeit von rund 400.000 Kilometern pro Stunde auf uns zurase.

Die ganze Milchstra?e in einer Karte

Die Europ?ische Weltraumagentur ESA hat einen Katalog mit 1,15 Milliarden Sternen der Galaxis ver?ffentlicht. Von der 3D- Karte erhoffen sich Forscher Erkenntnisse über den Ursprung der Milchstra?e.

Quelle: Die Welt

dpa/kbl

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