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Weltraum In der Milchstra?e

Forscher finden ?unm?gliches“ Schwarzes Loch

| Lesedauer: 3 Minuten
Dieses Schwarze Loch dürfte es gar nicht geben

Chinesische Forscher haben ein Schwarzes Loch mit der 70-fachen Masse unserer Sonne entdeckt. Doch das dürfte es gar nicht geben. Nun suchen die Forscher nach einer Erkl?rung.

Quelle: WELT/Isabelle Bhuiyan

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Eigentliche dürfte es so etwas nach derzeitiger Theorie nicht geben: Ein Schwarzes Loch mit der 70-fachen Masse unserer Sonne. Doch Forscher haben ein solches jetzt in unserer Milchstra?e gefunden.

Das hat viele Forscher überrascht: Rund 15.000 Lichtjahre tief in der Milchstra?e hat ein internationales Forscherteam ein unerwartet schweres Schwarzes Loch aufgespürt. Das Objekt mit der Katalognummer LB-1 besitzt etwa 70 Mal soviel Masse wie unsere Sonne. Das ist mehr als das Doppelte der Obergrenze, die Astronomen bislang für sogenannte stellare Schwarze L?cher angenommen haben, die aus einem sterbenden Stern entstehen. Das Team um Jifeng Liu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften stellt seine überraschende Entdeckung im Fachblatt ?Nature“ vor.

Im Zentrum unserer Heimatgalaxie haust - wie in den meisten Galaxien - ein supermassereiches Schwarzes Loch mit der millionenfachen Masse unserer Sonne. Zus?tzlich enth?lt die Milchstra?e Sch?tzungen zufolge rund 100 Millionen stellare Schwarze L?cher. Sie entstehen, wenn ein sehr massereicher Stern am Ende seiner Existenz unter dem eigenen Gewicht zusammenstürzt, weil der Gegendruck durch die Kernfusion im Inneren versiegt.

Dabei sollten Sterne mit der für unsere Galaxie typischen chemischen Zusammensetzung allerdings den gr??ten Teil ihrer Masse in Form gewaltiger Sternwinde ins All blasen, bevor sie schlie?lich kollabieren. Derart massereiche Reste wie der jetzt beobachtete sollten nicht zurückbleiben.

?Dürften nicht existieren“

?Schwarze L?cher dieser Masse dürften gem?? der meisten aktuellen Modelle der Sternentwicklung in unserer Galaxie gar nicht existieren", betont Liu in einer Mitteilung der Akademie. "LB-1 ist doppelt so massereich, wie wir für m?glich gehalten haben. Nun müssen sich Theoretiker der Herausforderung stellen, seine Entstehung zu erkl?ren."

Tats?chlich hatte das Gravitationswellen-Observatorium Ligo in den USA zuvor bereits Signale von verschmelzenden stellaren Schwarzen L?chern mit bis zu 50 Sonnenmassen aufgefangen, allerdings aus Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxien mit abweichenden chemischen Voraussetzungen. Die Beobachtung von LB-1 zeige nun, dass es solche scheinbar überschweren Schwarzen L?cher auch in unserer eigenen Galaxie gebe, betonen die Forscher. "Diese Entdeckung zwingt uns, unsere Modelle von der Entstehung stellarer Schwarzer L?cher auf den Prüfstand zu stellen", zitiert die Akademie Ligo-Direktor David Reitze von der University of Florida, der nicht an der aktuellen Arbeit beteiligt war.

Je n?her Material dem Loch kommt, desto mehr Licht wird eingefangen, weshalb das Loch zur Mitte hin dunkler wird
Je n?her Material dem Loch kommt, desto mehr Licht wird eingefangen, weshalb das Loch zur Mitte hin dunkler wird
Quelle: Getty Images/Science Photo Libra/MARK GARLICK/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Da Schwarze L?cher normalerweise kein Licht aussenden, nutzten die Forscher um Liu einen Trick, um LB-1 aufzuspüren: Das Schwarze Loch hat einen Begleitstern, der achtmal so massereich ist wie unsere Sonne und das Schwarze Loch in 79 Tagen einmal umkreist. Dabei bewegt er sich auf seiner Bahn rund die H?lfte der Zeit etwas auf uns zu und die andere H?lfte leicht von uns weg. Das l?sst sich im Licht des Sterns beobachten. ?hnlich wie eine Polizeisirene heller klingt, solange das Auto auf uns zu f?hrt, und dunkler, wenn es sich entfernt, ist das Licht des Sterns etwas blauer, solange er sich auf uns zu bewegt, und etwas r?ter, wenn er sich entfernt.

Die meisten anderen bekannten Schwarzen L?cher wurden dadurch entdeckt, dass sie sich Materie einverleiben, die extrem hei? wird und dadurch hell aufleuchtet, bevor sie im Schlund des Schwerkraftmonsters verschwindet.

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Quelle: WELT

dpa/coh

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